Cynx Cynical World
Beiträge getaggt mit Zensursula
Lesenswertes
03. Jun
Dieses Blog muss dringend mal wieder aktiviert werden, wie eigentlich jede Aktivität… Ich komme zu nix.
Vor einigen Tagen hatte ich den Post “Der ideale Geek-Jahrgang” in diesem Geiste schreibt auch SpOn. Den Artikel kennt wahrscheinlich schon jeder, aber alleine für mich als Bookmark muss er hier rein. Für alle anderen der Lesebefehl schlecht hin!
Die Generation C64 schlägt zurück
Die Debatte um Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz macht eine gesellschaftliche Kluft sichtbar: Die Generation Online will nicht länger akzeptieren, dass über sie hinwegregiert wird. Ein Generationenkonflikt wird sichtbar, der das Land noch Jahre lang spalten könnte.
Auch wenn man mir es nicht glauben wird: Genau so einen Artikel wollte ich auch noch schreiben… und ja mein erster Rechner war auch ein C64.
Auch das Handesblatt reagiert auf den Artikel mit dem ebenso lesenswerter Blogbeitrag:
Bundesregierung vs. das Internet – die nächste Eskalationsstufe
Nicht zum obigen Thema passend, aber ein schönes Lehrstück über unsere aktuelle Politiker-Generation und warum die FDP bei der Europa-Wahl aus meiner Sicht nicht wählbar ist bringt die FAZ:
Zensur und Missbrauch
27. Apr
In der Zwischenzeit hat sich wieder einiges getan, so viel dass man aus dem Kopfschütteln gar nicht rauskommt und langsam zur geballten Faust greifen möchte (natürlich nur im übertragenen Sinn). Da hat die Zensursula von der Leyen ein Interview im Radio gegeben, die Kernaussage: Wer technisch dazu in der Lage ist das Stumpf Stop-Schild zu umgehen, gehört zu einer Minderheit von 20% und die sind zum Teil schwer Pädokriminelle:
Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.
Telepolis: 20 Prozent der Internetnutzer sind “zum Teil schwer Pädokriminelle”
Im Gegensatz zu Frau von der Leyen bin ich seit 1994 in diesem “widerwärtigen Geschäft” und habe noch nie so eine Seite gesehen, ich frage mich da schon: In welchen Foren treibt sich die Frau rum?
Ziemlich genau vor einem Jahr schrieben die Herren von der CDU und SPD in einem Grundsatzpapier mit der zentralen These “Das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit weltweit durchsetzen und der Internetzensur entgegentreten
” folgenden schönen Satz:
In der Mehrzahl der Staaten dient die Zensur der Machtsicherung der Regierenden.
Damals waren sie noch dagegen, mittlerweile wissen sie dieses Machtinstrument zu schätzen. Wendehals 2.0
Was kann man tun? Erstmal dafür sorgen, dass die Piratenpartei bei der Bundestagswahl auf dem Stimmzettel kommt und Unterschriften sammeln (sowie René), das ist noch kein Parteibuch, sondern der demokratische Wille mehr Parteien-Vielfalt haben zu wollen. Redet mit euren Freunden, Bekannten, Kollegen, denn das Thema ist noch zu sehr im Internet und muss unter das Volk gebracht werden.
Die Formulare zur Unterschrift findet man hier: http://ich.waehlepiraten.de/
Nur so werden wir den Kindern der kommenden Generation sagen können: “Ich habe davon gewusst, ich war dagegen und ich habe etwas dagegen getan.“
Wem das ganze Thema zu komplex ist oder der Meinung ist “Wieso, ist doch gut wenn die perversen Schweine wegkommen.”, der sollte die guten Artikel von Pandoras Kekzdose “Missbrauch missbrauchen” und Jens “Warum es um Zensur geht” lesen (letzterer kommt nach dem Break als Copy & Paste). Denn die erklären auch dem Laien mit einfachen Worten, warum der Missbrauch ganz wo anders statt findet.
Frontenbildung
30. Jan
Die CDU im Studi-VZ:
Wer ein Stopp der Kinderpornographie im Internet zur Zensur erklärt, dem sind offensichtlich geschäftliche Interessen wichtiger als die Menschenwürde.
Online-Petition und die Reaktion der Politiker
08. Jan
So viel Unverschämtheit über Menschen die ein demokratisches Instrument einsetzen ist ne Beleidigung ins Gesicht der Beteiligten.
Zitate von Netzpolitik: zur Tagesschau (dort auch mit Video).
Unser Wirtschaftsminister von Guttenberg wurde mit den folgenden Worten gesendet:
“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”
Die haben wirklich alle den Knall nicht mehr gehört, unsere Zensursula legt nach mit:
Auf dpa tickert eine aktuelle Aussage von der von der Laien zu den Protesten:
Von der Leyen ließ dies dennoch unbeeindruckt. „Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“. smartburn with hoodia
Mit anderen Worten: von der Leyen argumentiert, dass die Gegner ihres Gesetzes nicht zivilisiert seien.
Wer sich fragt warum der Guttenberg denn nun auch nach mal heftig nachlegt… ganz einfach: Persönliche Interessen wie Stefan Niggemeier aufklärt.
Nie so wahr wie heute
06. Jan
Wer es tatsächlich geschafft hat, sich die grauenhafte Bundestagsdebatte zum Zensurgesetz anzuschauen, der dürfte an der Wichtigkeit der Petition gegen die staatliche Zensur keinen Zweifel mehr haben.
Vor 13 Jahren schrieb John Perry Barlow einen Text, der sich zu seiner Zeit noch wie ein Stück SF-Poetik las.
Heute haben seine Worte mehr Wahrheit denn je (Hervorhebung von mir):
A Declaration of the Independence of Cyberspace
by John Perry Barlow
Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.
We have no elected government, nor are we likely to have one, so I address you with no greater authority than that with which liberty itself always speaks. I declare the global social space we are building to be naturally independent of the tyrannies you seek to impose on us. You have no moral right to rule us nor do you possess any methods of enforcement we have true reason to fear.
Governments derive their just powers from the consent of the governed. You have neither solicited nor received ours. We did not invite you. You do not know us, nor do you know our world. Cyberspace does not lie within your borders. Do not think that you can build it, as though it were a public construction project. You cannot. It is an act of nature and it grows itself through our collective actions.
You have not engaged in our great and gathering conversation, nor did you create the wealth of our marketplaces. You do not know our culture, our ethics, or the unwritten codes that already provide our society more order than could be obtained by any of your impositions.
You claim there are problems among us that you need to solve. You use this claim as an excuse to invade our precincts. Many of these problems don’t exist. Where there are real conflicts, where there are wrongs, we will identify them and address them by our means. We are forming our own Social Contract . This governance will arise according to the conditions of our world, not yours. Our world is different.
Cyberspace consists of transactions, relationships, and thought itself, arrayed like a standing wave in the web of our communications. Ours is a world that is both everywhere and nowhere, but it is not where bodies live.
We are creating a world that all may enter without privilege or prejudice accorded by race, economic power, military force, or station of birth.
We are creating a world where anyone, anywhere may express his or her beliefs, no matter how singular, without fear of being coerced into silence or conformity.
Your legal concepts of property, expression, identity, movement, and context do not apply to us. They are all based on matter, and there is no matter here.
Our identities have no bodies, so, unlike you, we cannot obtain order by physical coercion. We believe that from ethics, enlightened self-interest, and the commonweal, our governance will emerge . Our identities may be distributed across many of your jurisdictions. The only law that all our constituent cultures would generally recognize is the Golden Rule. We hope we will be able to build our particular solutions on that basis. But we cannot accept the solutions you are attempting to impose.
In the United States, you have today created a law, the Telecommunications Reform Act, which repudiates your own Constitution and insults the dreams of Jefferson, Washington, Mill, Madison, DeToqueville, and Brandeis. These dreams must now be born anew in us.
You are terrified of your own children, since they are natives in a world where you will always be immigrants. Because you fear them, you entrust your bureaucracies with the parental responsibilities you are too cowardly to confront yourselves. In our world, all the sentiments and expressions of humanity, from the debasing to the angelic, are parts of a seamless whole, the global conversation of bits. We cannot separate the air that chokes from the air upon which wings beat.
In China, Germany, France, Russia, Singapore, Italy and the United States, you are trying to ward off the virus of liberty by erecting guard posts at the frontiers of Cyberspace. These may keep out the contagion for a small time, but they will not work in a world that will soon be blanketed in bit-bearing media.
Your increasingly obsolete information industries would perpetuate themselves by proposing laws, in America and elsewhere, that claim to own speech itself throughout the world. These laws would declare ideas to be another industrial product, no more noble than pig iron. In our world, whatever the human mind may create can be reproduced and distributed infinitely at no cost. The global conveyance of thought no longer requires your factories to accomplish.
These increasingly hostile and colonial measures place us in the same position as those previous lovers of freedom and self-determination who had to reject the authorities of distant, uninformed powers. We must declare our virtual selves immune to your sovereignty, even as we continue to consent to your rule over our bodies. We will spread ourselves across the Planet so that no one can arrest our thoughts.
We will create a civilization of the Mind in Cyberspace. May it be more humane and fair than the world your governments have made before.
Davos, Switzerland
February 8, 1996
Quelle: EFF
Petition gegen Netzsperren unterzeichnen!
05. Jan
Hier hingehen und unterschreiben.
Text der Petition
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.


