Cynx Cynical World
Beiträge getaggt mit Schreiben
Ablenkung
14. Jan
Cory Doctorow: Writing in the Age of Distraction
We know that our readers are distracted and sometimes even overwhelmed by the myriad distractions that lie one click away on the Internet, but of course writers face the same glorious problem: the delirious world of information and communication and community that lurks behind your screen, one alt-tab away from your word-processor.
Cory stellt keine wirklich neuen Ideen und Ansätze vor, aber die Verbindung zwischen Computer/Internet (die mittlerweile Standard sein dürfte) und die daraus entstehenden Ablenkungen habe ich bisher so noch nicht gelesen.
Neues im Fantasyland
07. Jan
Seit einigen Jahren ist der Bereich Fantasy in den Verkaufszahlen an der Science Fiction vorbei gezogen. Manche mögen jetzt denken, dass Fantasy “einfacher” geschrieben ist als Science Fiction, weil der “Science” Teil fehlt und man sich keine besondere Mühe geben muss, eine funktionierende Technik zu erfinden. Jane Lindskold schreibt auf Tor.com, dass dies bei guter Fantasy überhaupt nicht so ist und sich der Autor “Magie” erarbeiten muss wie “Science”. Da bin ich ganz ihrer Meinung, auch – oder gerade – in einer Fantasywelt darf man nicht vorhandene Logik nicht einfach mit “das ist Magie” erklären. Auch die Fantasy-Welt muss komplett funktionieren, die mystischen Wesen einen Lebensraum haben, die Taverne so viel Kundschaft, dass der Wirt davon leben kann. Dinge über die sich ein SF Autor keine Gedanken machen muss, er kann Wirtschaft, Ökologie und ähnliches als “bekannt” und funktionierend voraussetzen. Mehr “Hard Fantasy“, wie Lindskold ihren Artikel genannt hat, täte viele Autoren gut, würde ihre Welt glaubhafter und damit lesbarer machen. Ihre Empfehlung zu “The Tough Guide to Fantasy Land” von Diana Jones kann ich nur unterstreichen, ein amüsante Auflistung aller (unnötigen) Klischees der Fantasy und eigentlich ein Handbuch wie man es nicht machen sollte. TTGtFL war auf der Hugo und World Fantasy Award Liste und ist seit kurzer Zeit wieder erhältlich.
Auf der anderen Seite der Welt schreibt Jennifer Fallon über die Zukunftsaussichten der “Epic Fantasy” und vermutet, dass dieses Genre mit dem derzeitigen Erfolg der Urban Fantasy a la “Twilight” von Stephenie Meyer bald eine aussterbende Art sein wird, in der nur noch die bekannten Autoren mit Fanbasis von den Verlagen gefördert werden und “mittlere” Autoren eventuell das Genre wechseln müssen. Kein ganz unbegründeter Gedanke, der aber hoffentlich nicht Realität wird.
Sol Stein – Stein on Writing
06. Jan
Sol Stein – Stein on Writing
Der Markt für Bücher über das Schreiben ist riesig: Von Workshops über Diskussionsforen bis hin zu unzähligen Büchern. Kaum hat jemand ein Buch veröffentlicht (egal ob gut/schlecht, erfolgreich/Flop), fühlt er sich auch berufen seine Erkenntnisse der Menschheit mitzuteilen. Die wenigsten davon sind aber wirklich brauchbar, da sie sich meist in Selbstbeweihräucherung ergehen und wenig Handwerkszeug erklären. Genau darum geht es aber dem Schreiber in Spe: Das Handwerk des Schreibens zu erlernen und/oder praktische Tipps zu bekommen. Damit sollte eigentlich weniger der Autor zu Wort kommen, als ein TÜV-Prüfer für Bücher: Der Lektor.
In diesem Fachgebiet ist Sol Stein ein alter Hase, Jahrzehnte als Lektor für große Autoren tätig, selber Schriftsteller, Bühnenautor, Dozent und Programmierer, weiß er, wie das Geschäft und Literatur funktioniert. Diese Erfahrung gibt er in Stein on Writing mit vielen Beispielen an den Leser weiter. Es wird nicht theoretisiert, sondern aufgezeigt, wie man einen Roman besser machen kann, wo Fallen liegen und wie man mit ein paar Handgriffen einen lesbaren Absatz schreibt. Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem grundlegenden Thema des Schreibens und lässt sich auch einzeln immer wieder nachlesen. Trotz aller “Kunst”, ist sich Stein bewusst, dass es auch um einen Markt geht und geht hin und wieder auf Verkaufsaspekte ein.
Selbst wenn man sich selber nicht zum Autor berufen fühlt macht das Buch Spaß, da man eine Menge darüber lernt wie Literatur funktioniert und warum einem ein bestimmtes Buch so “merkwürdig geschrieben” vorkam.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, nicht nur für Schreiber in Spe, sondern auch für Literatur-Interessierte. In Deutsch ist das Buch bei Zweitausendeins erschienen.
Aller Anfang ist schwer
02. Jan
Das Expose zu Schneesturm habe ich noch mal überarbeitet und die ersten 13 Seiten stehen… und werden direkt wieder umgeworfen, oder besser umgeschrieben. Zum einen ist der Anfang noch kein sonderlicher Pageturner für den Leser, sondern eher der Beginn einer Rollenspiel-Kampagne. Der Leser muss aber am Anfang schon genügend Fragen und Spannung bekommen, um die ersten Seiten zu überstehen und sich für die eigentliche Handlung interessieren. Zum anderen habe ich das eher rudimentäre Expose noch mal angepasst und als Arbeitsgrundlage für den Roman umgeschrieben. Sehr hilfreich ist dabei das Tool yWriter4 (da kann der Programmierer in mir nicht aus seiner Haut und sucht erstmal die passende Software). Das Freeware-Tool organisiert Zeitleiste, Personen und Szenen und ersetzt dabei die lose Blattsammlung.


