Cynx Cynical World
Beiträge getaggt mit RPG
Nachwirkungen
19. Apr
Einen Tag nach der Roleplay Convention löst diese Schlagzeile auf SpOn bei mir andere Assoziationen aus.
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Empires of the Pental Throne
06. Okt
Die wirklich gelungene Serie über die Geschichte des Rollenspiels bei Spiegel Online ist um einen weiteren Artikel erweitert worden. Nach den großem Blockbuster D&D wendet sich Konrad Klischka dem leider kaum beachteten M.A.R. Barker und seinem Rollenspiel Empires of the Pental Throne zu:
Tekumel-Schöpfer M.A.R. Barker
Der vergessene Tolkien
Ein System das kaum jemand kennt, noch weniger die Welt dahinter. Dabei ist sie so detailreich, dass sie dem Großmeister Tolkien problemlos das Wasser reichen kann. Dieses System ist aber auch in anderer Hinsicht interessant, denn Empires war eines der ersten Rollenspiele, dass in Deutschland gespielt wurde. Ein Mitglied des Fantasy-Vereins FoLLoW brachte das Spiel nach einem USA-Aufenthalt zurück nach Deutschland und die Spielwelt wurde schnell auf die eigene angepasst. Aus “Pental Throne” wurde “Empires of Magira“, das erste Rollenspiel in Deutschland. Aus diesem Spiel ging “Abenteuer in Magira” hervor, welches auf dem Hintergrund “Abenteuer in Ranabar” in einer Spielrunde seit 1979 bis heute kontinuierlich bespielt wird. Aber auch ein erfolgreicher komerzieller Ableger wurde geboren: “Abenteuer in Magira” war auch der Vorläufer zur “Midgard” (frühe Auflagen von Midgard hatten noch die Magira-Karte).
So war das damals
23. Sep
Soziologe Gary Alan Fine 1978 über Rollenspiel-Feldforschung: “I consumed large doses of caffeine in the form of cola, coffee and tea.”
Primeval geklaut?
24. Jun
Spannende Geschichte:
In einem geschlossenen Forum (sonst gäbe es nen Link) schreibt ein Rollenspieler seine Geschichte:
In den 90er schrieb er eine Kurzgeschichte und einige Rollenspiel-Szenarien, in dem Monster aus der Urzeit durch Löcher in unserer Welt auftauchen und von einem Sonderteam gejagt werden. Das Material für dieses Szenario stellte er online, damit die Mitspieler sich einlesen konnten.
In dem Forenposting beschreibt er eine Menge! Ähnlichkeiten (ca. 3-4 Bildschirmseiten) zwischen seinem Rollenspielkonzept und Primeval. Angefangen von Stories, über Personen, Setting, Orte, Ausstattung bis hin zu einer Monsterskizze aus seinem Manuskript, dass exakt so aussieht.
Larp mit Kindern
16. Apr
Während die “Pädagogen” in Dortmund sich als Inquisitoren des Rollenspiels versuchen, hat man anders wo schon lange erkannt, dass sich Rollenspiel und insbesondere Larp hervorragend als pädagogischen Konzept einsetzen lässt.
In Deutschland bringen die Waldritter Kindern über Larp soziale Konzepte und Grenzen näher und stärken sie für den Alltag. (Pressebericht von Der Westen).
In Dänemark ist Larp keine skurrile Subkultur mehr, sondern eine ganz normale Freitzeitbeschäftigung für Kinder, die vom Staat gefördert wird. Dabei scheut man auch nicht vor extremen Spielen zurück und versetzt die Kinder auch mal in den Faschismus des zweiten Weltkriegs (natürlich mit enger pädagogischer Betreuung und Nachbesprechung). Der Erfolg spricht für sich, bei der Nachbesprechung geben die Kinder Antworten zu Themen wie Krieg und Faschismus, die jeden Alt-68 stolz machen.
In der Østerskov Efterskole (Webseite in Englisch), einer freien Schule in Dänemark, werden die normalen Lehrinhalte per Rollenspiel vermittelt, ebenfalls mit großen Erfolg (Bericht einer Besucherin).
In der US-Kindersendung Fetch the Ruffman erleben Kinder Abenteuer als Helden, inklusive Burgen und Zauberern. Es gibt so viele Möglichkeiten..
Role Play Convention 2009
06. Apr
“Das Rollenspiel ist tot, lang lebe das Rollenspiel“, dieses Motto wird durch die Erfolgsgeschichte der Role Play Convention bestätigt. Gestartet 2007 in der Halle Münsterland, musste der Veranstalter nach schon zwei Jahren in Kölnmesse umziehen, da die Besucherzahlen stetig nach oben gingen und für dieses Jahr über 20.000 Besucher erwartet wurden. Dabei deckt die RPC die komplette Bandbreite des Genres Rollenspiel ab, vom klassischen Pen&Paper-Rollenspiel, über artverwandte Tabletop, Brett- und Kartenspiele, Larp bis hin zu Computer-Rollenspielen als Single-Player oder MMORPG.
Als langjähriger Besucher Besucher der Spiel in Essen, war ich gespannt was die RPC zu bieten hatte und so brach ich mit meinem Luftschiff am frühen Samstag Morgen gen Köln auf. Dank Æther-Navigator war die Messe Köln schnell gefunden und ein Parkplatz gefunden. Acht Euro Parkgebühr ist zwar happig, aber leider auch ein normaler Messepreis. Dafür waren es nur wenige Meter bis zum Eingang mit dem die Flyer-Hölle losging. Überhaupt Flyer, kommt mir das nur so vor oder hat mit dem Einzug der digitalen Druckmöglichkeit, auch das Aufkommen an Flyern massiv zu genommen? Da wird nicht mehr nur ein Flyer in die Hand gedrückt, sondern gleich eine ganze Tüte voll. Praktisch könnte man sich denken, so hat man gleich ne Tüte für die restlichen Flyer, nur gibt es leider auch mehrere von diesen Flyer-Wundertüten…
Halle 1 gab sich dunkel und wurde von den Computer-Spielen beherrscht und das in erster Linie akustisch. Die Beschallung war zum Teil ohrenbetäubend und machte es schwer ein normales Gespräch zu führen oder gar das Klingeln das Handys zu hören, um seine Freunde zu finden. Ich hatte das Gefühl, dass die Computerspieler nur den Ort wo sie sitzen gewechselt hatten: Daheim vor dem PC, auf der Messe vor der Bühne mit der Großbild-Leinwand. Dabei gab es so viel mehr zu sehen und zu entdecken und hoffentlich hat der eine oder andere Zocker den Bildschirm an diesem Wochenende auch mal verlassen, um sich die anderen Facetten des Rollenspiels anzuschauen, denn nur wenige Schritte weiter zeigten die Veranstalter der Mythodea-Reihe, wie Rollenspiel auch aussehen kann und bewarben ihre Cons mit Messepreisen. Etwas versteckt und meiner Meinung nach zu dunkel, der Stand der Mittellande e.V., ein Zusammenschluss von unterschiedlichsten Larpländern mit dem Ziel eine gemeinsame Welt zu bespielen.
Von dort aus ging es über in die nächste Halle, im Zwischenbereich das übliche Messe-Restaurant mit Fastfood und … DJs?! Hinter den Turntables mischten ein paar Jungs etwas verloren Dancefloor-Musik zusammen, die keine Beachtung fand. Waren die von einer vorherigen Veranstaltung über geblieben oder hat man sich gedacht: “Jugendliches Publikum: Da muss nen DJ her?” Man wird es wohl nie erfahren und die DJs werden dort heute immer noch mischen…
Halle 2 widmete sich den Klassikern im Spiel, unzählige Händler, Verlage und Vereine zeigten ihre Neuerscheinungen und luden zu Probespielen ein. Wirklich positiv zu vermerken ist, dass die Veranstalter die Hallen und Abstände zwischen den Stände großzügig gewählt haben. Im Gegensatz zur Spielmesse in Essen gab es praktisch nirgendwo Gedrängel und man fand immer einen freien Tisch für eine Proberunde. Selbst in den Spitzenzeiten am Samstag nachmittag, konnte man noch ein ruhiges Eckchen finden. Echte bahnbrechende Neuerungen habe ich weder bei P&P noch bei Larp entdeckt, aber der Trend “Steampunk” scheint auch im Spielegenre aufgegriffen zu werden. So legt der Uhrwerk-Verlag die alten Space 1889 Veröffentlichungen neu auf und diverse Brettspiele setzen ebenso auf Dampf und Messing. Am Stand von Werkzeugs fand sich das Who-is-Who der deutschen Fantasy-Autoren zur Lesung ein, darunter Christoph Hardebusch, Markus Heitz und als internationales Highlight A. Sapkowski (The Witcher). Leider sind die Lesungen von den Veranstaltern zu wenig (bis gar nicht) beworben worden, aber die Reihen der Hörer waren dennoch gut gefüllt.

Neben den beiden Hallen bietet die RPC eine Außenfläche als kleinen Mittelaltermarkt, auf dem die üblichen Stände zu finden waren, sowie eine Bühne mit mittelalterlichen Bands.
Im Gegensatz zur Spiel in Essen, kennt die RPC ihre Wurzeln und ihr Publikum und bietet den Fans und Spielern mit der “Aktion Fandom” auch nicht kommerziellen Projekten Standfläche, ein Einsatz den man gar nicht genug loben kann.
Fazit: Die RPC ist eine gelungene Veranstaltung, die zeigt, dass Rollenspiel noch lange nicht tot ist. Professionell organisiert, aber im Herzen immer noch eine Fan-Veranstaltung. Da bin ich nächstes Jahr auch gerne wieder dabei.
Weitere Eindrücke findet man bei Chris und auf dem neuen Blog Memesis Virtualis.

Astrópía in Saal 1
24. Feb
Wie angekündigt hatte ich den isländischen Film Astrópía bestellt und pünktlich zum Liefertermin (gestern) lag er im Briefkasten. Die Abendvorstellung in Saal 1 des Hauses Wolfenblick war damit gesichert.

Die Story:
Hildur ist verbandelt mit dem Autohausbesitzer Scat, ein echtes Society Paar: Oberflächliche Hobbys, Freunde und schrille Mode. Plötzlich steht das Finanzamt bei Scat vor der Tür und nimmt ihn wegen Steuerhinterziehung fest, was für Hildur das Ende ihres bekannten Lebens bedeutet: Kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Sie zieht bei einer Freundin Björt ein und sucht verzweifelt nach einem Job, um wenigstens etwas Kohle für ihren Freund im Knast zu besorgen. Eher zufällig landet sie dabei in einem Comicladen, der eine Aushilfe sucht…
Der Film lebt anfänglich vom “Clash of Cultures”, das coole Society Girl in der Welt der Nerds, Geeks und Gamer. Aus der anfänglichen Verwunderung wird immer mehr eine Faszination und die Erkenntnis, dass die “Freaks” echte Freunde sein können. Astrópía ist ein sehr skandinavischer Film, der die Sehgewohnheiten von Hollywood durchbricht. Manche Einstellung sind einen Spur zu lang für das an schnelle Schnitte gewohnte Auge, gibt dem Film damit aber auch einen besonderen Reiz. Die Erzählweise ist ebenso ungewöhnlich und enthält viele scheinbar triviale Szenen und Dialoge, die aber den Charakteren ihre Tiefe geben. Dabei ist der Film voller Zitate und Insidergags, die sich aber nie aufdrängen. Das Ende wirkt meiner Meinung nach etwas künstlich und abrupt, da hätte ich mir noch 30 Minuten mehr Zeit gewünscht, um die Geschichte richtig zu Ende zu erzählen.
Die DVD enthält die deutsche/isländische Tonspur und Bonusmaterial (Outtakes, Making of, Musikvideo). Ein echtes Highlight ist die Kooperation mit einem deutschen Rollenspielverlag, der die Chance genutzt hat über den Film neue Spieler zu gewinnen. Der DVD liegt ein Booklet mit einem kleinen Instant-Rollenspiel-Regelwerk bei und auf der Scheibe selber sind einige Starter-Regeln zu bekannten RPGs (z.Bsp. Shadowrun) in digitaler Form enthalten. Begleitet wird die Veröffentlichung in Deutschland durch das Astropia-Blog.
Wertung: 4/5 Punkten





