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Paranoid Linux aka Privatix
22. Jul
Little Brother von Cory Doctorow hat hoffentlich mittlerweile wirklich jeder gelesen. Nicht?! Ich weiß, die dämlichen deutschen Verlage haben es immer noch nicht geschafft eine deutsche Übersetzung auf dem Markt zu bringen. Aber da ist ja das freundliche Internetz mit einer deutschen Übersetzung, die Dank CC-Lizenz auch offiziell verbreitet werden darf. Wer lieber das Original liest, bitte schön.
Eine wichtige Erfindung innerhalb des Buches ist “Paranoid Linux”, eine fiktive Linux-Distribution:
It is a fictional operating system set in the book little brother(Cory Doctorow) that assumes that its operator is under assault from the government (it was intended for use by Chinese and Syrian dissidents), and it does everything it can to keep your communications and documents a secret. It even throws up a bunch of “chaff” communications that are supposed to disguise the fact that you’re doing anything covert. So while you’re receiving a political message one character at a time, Paranoid Linux is pretending to surf the Web and fill in questionnaires and flirt in chat-rooms. Meanwhile, one in every five hundred characters you receive is your real message, a needle buried in a huge haystack.
Eine kluge und wichtige Idee, die auch direkt aufgegriffen wurde, aber dann wieder in der Versenkung verschwand und nicht weiter entwickelt wurde. Die Linux-Distribution Privatix von Markus Mandalka deckt in ihrer aktuellen Version aber viele Paranoid-Merkmale ab und ist dazu extrem einfach zu installieren / zu bedienen:
Dabei handelt es sich um ein von USB-Stick oder einer externen Festplatte startendes und einfach zu bedienendes Betriebssystem zur sicheren, mobilen und vor allem Privatsphäre und Vertraulichkeit erhaltenden Internetnutzung und Kommunikation oder zur Bearbeitung und Verschlüsselung sensibler Daten.
Hierfür ist neben Standardanwendungen wie z.B. Browser, E-Mailprogramm, Textverarbeitung und Bildbetrachter zahlreiche Datenschutz- und Verschlüsselungssoftware eingebunden.
Private Daten und Einstellungen, wie z.B. Dokumente, E-Mails oder PGP-Schlüssel werden nicht auf dem genutzten PC sondern ausschliesslich auf dem verschlüsselten USB-Stick bzw. auf der verschlüsselten externen Festplatte gespeichert und bleiben so selbst bei Verlust oder Diebstahl des Datenträgers durch ein Passwort geschützt.
Installation
- Privatix runterladen
- Die iso-Datei auf eine CD brennen (unter Nero funktioniert dies mit “Öffnen” und dann die ISO auswählen).
- CD im Laufwerk lassen und den Rechner neu starten, dieser bootet dann direkt von der CD und man ist in Privatix.
- Ein USB-Stick einstecken
- In Privatix auf “Installieren” klicken
- Privatix fragt die USB Laufwerke ab und man wählt seinen USB-Stick aus (ganz sicher gehen, dass es der USB-Stick ist und nicht die externe Festplatte!)
- Der Stick wird mit Datenmüll vollgeschrieben, um eventuelle Reste zu entfernen und dann mit Privatix installiert.
- Rechner wieder runter fahren, CD aus dem Laufwerk, FERTIG.
Nun kann man mit dem USB-Stick jeden Rechner mit Privatix booten und hat ein verschlüsseltes, sicheres Betriebssystem für sich und seine Dokumente zur Verfügung.


