Cynx Cynical World
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Generation Y – The Millennials
10. Jun
Von meinem Jahrgang gehöre ich der Generation X an. Ich fand Couplands gleichnamigen Roman zwar sehr lesenswert, aber zu allgemein gehalten. Er beschreibt eher das Lebensgefühl von Twenty-Somethings, als einer bestimmten Generation zu einer bestimmten Zeit.
Von meinem Lebensgefühl würde ich mich der Generation Y zu ordnen (macht mal Platz für den alten Sack) und habe mir die Definition in der Wikipedia noch mal angeschaut:
Soziologische Charakterisierung
Millennials gelten als gut ausgebildet, meist mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Sie zeichnen sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, da es sich um die erste Generation handelt, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Millennials arbeiten lieber in virtuellen Teams anstatt in tiefen Hierarchien. Sie sind multikulturell und weltoffen und arbeiten zusammen, ohne sich den Kopf über traditionelle Rollen (zum Beispiel Geschlecht) oder ethnische Herkunft zu zerbrechen(…).
Kein Wunder, dass der Post-Gender-Gedanke der Piraten bei anderen Generationen völlig unverständlich ist.
(…)Die Millennials sind optimistisch und selbstbewusst und haben Vertrauen in die Regierung, weshalb sie sich auch nicht sehr aktiv ins politische Geschehen einbringen. Ihre politische Einstellung gilt in den USA als liberal, sie rebellieren weder gegen die Gesellschaft noch gegen den Kapitalismus, sondern suchen aktiv Veränderungen. Als „Gegenpol“ bzw. Verlierer dieser Generation bezeichnet Elisabeth Weyermann in einem Beitrag der Schweizer Zeitung „Der Bund“ unter Bezug auf den gleichnamigen Buchtitel von Susanne Finsterer und Edmund Fröhlich die Generation Chips, die – überwiegend in der sog. Unterschicht – durch zu viel Medienkonsum und einseitige Ernährung von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen ist.
Der erste Satz hat sich mittlerweile reichlich geändert, der Generationenkonflikt hat zugeschlagen, zwar spät, aber dafür um so lauter. Aber die Problemlösungsstrategie stimmt immer noch. Nicht rebellieren, sondern pro-aktiv ändern. Rebellion im Generationenkonflikt endete bisher immer mit der eigenen Familie und Karriere, diesen Waffenstillstand wird der Generation Y nicht geben..
Quelle: Wikipedia / Hervorhebung von mir.
Online-Werbung
23. Mrz
Das ehemalige Nachrichtenmagazin SpOn jammerte gestern über die vermehrt eingesetzten Werbeblocker in Browsern. Guter Content müsse bezahlt werden und das mit Werbung, so das Fazit.
Ob “guter Content” aus dem kommentarlosen Abschreiben von Wikipedia und Blogartikeln besteht und ob zum Journalismus auch noch die Prüfung des Wahrheitsgehaltes gehört, lassen wir hier mal außen vor.
Die Aussage kann ich aber sehr gut unterschreiben, eine Finanzierung per Werbung ist nichts verwerfliches und wird sicherlich noch weiter zu nehmen. Dennoch benutze auch ich einen Werbeblocker. Dies hat aber nichts mit meinem Unwillen zu “zahlen” zu tun, sondern mit der Art wie mir Werbung angeboten wird.
Man stelle sich die Techniken der Online-Werbung mal in der normalen Tageszeitung vor:
Ich sitze gemütlich im Lesesessel, entdecke einen interessanten Artikel und beginne zu lesen. Plötzlich kommt ein Werber vorbei und legt mir einen großen Zettel über meinen Artikel (Layover-Werbung). Genervt will ich den Zettel an der Ecke greifen, um ihn zu entfernen, aber der Werber hat diese Ecke festgeklebt (Schliessen-Button an immer anderen Stellen). Ist es mir doch endlich gelungen, den Zettel zu entfernen, wirft mir der Werber zwei bis drei weitere Werbezettel ins Wohnzimmer (Pop-Up, Pop-Under Werbung), die sich beim Entfernen gerne auch noch vervielfältigen.
Mit ansteigendem Zorn blättere ich auf die nächste Seite und werde dort von einer lauten Fanfare begrüßt, die eine wirklich penetrante Musik spielt. Diese akustische Vergewaltigung wird noch durch einen Horrortrip an Farben und Animationen verstärkt (Animationen & Sound).
Jetzt ist endgültig gut, denke ich mir und lege die Zeitung wieder auf den Tisch. Dabei sehe ich, wie der Werber gerade meinen Personalausweis abschreibt und sich die Bücher in meinem Regal notiert (Cookies zur Datensammlung). Der Werber ist auch nicht alleine, da er von einer Subfirma kommt, hat er noch ein paar Werbefreunde mitgebracht, die Überwachungskameras installieren und meine TAN-Liste abschreiben (Malware-Auslieferung durch Werbefirmen).
Und da fragt noch jemand, warum ich einen Werbeblocker benutze?!
Jan formuliert die gleichen Anliegen konstruktiver als offenen Brief an die Werbewirtschaft.
Warum ELENA eine schlechte Idee ist
16. Mrz
Ich bin gestern öfters gefragt worden: Das ELENA-Verfahren macht doch nicht mehr als die Daten auf der Lohnsteuer-Karte zu übertragen, das kann doch nicht schlimm sein.
Gespeichert und übertragen werden u.a.:
# Anzahl von Fehlzeiten
# Beginn und Ende von Fehlzeiten
# Art der einzelnen Fehlzeiten
# Grund von Arbeitszeitänderungen
# Arbeitsstunden – aufgeschlüsselt in Arbeitsstunden jeder einzelnen Kalenderwoche des Monats
# Urlaubsanspruch und tatsächlich genommene Urlaubstage
# Urlaubsentgelt
# Kündigungsgründe
# Art der Zustellung der Kündigung
# Auskunft über bereits erfolgte Abmahnungen im Vorfeld von Kündigungen
# Schilderung von „vertragswidrigen Verhalten“ des Angestellten/Arbeiters
# Gründe für eine fristgebunden erfolgte Kündigung
Damit ist zum Beispiel auch gut die Teilnahme an Streiks nachvollziehbar.
Da gäbe es jetzt aber noch ein Gesetz mit dem man nachschauen könnte, was der Staat denn wirklich über einen weiß: “Jedem Teilnehmer ist auf Verlangen mitzuteilen, welche Daten über ihn gespeichert sind (§ 103 Abs. 4 SGB IV).”
Leider hebelt der Gesetzgeber sein eigenes Gesetz direkt wieder aus:
“Eine Auskunft ist vor 2012 aber nicht realisierbar, da der Abruf durch die abrufenden Stellen erst ab 2012 möglich ist.”
Wie das Lawblog schon richtig anmerkt: So einen Satz müsste man mal als private Firma in die Geschäftsbedingungen schreiben…
Darum ganz schnell aktiv werden und sich hier mit 55 Cent an der Verfassungsbeschwerde beteiligen!
Siehe auch SpOn: Datenschützer starten Angriff auf riesigen Sozialdaten-Speicher
Verlagsdummheiten
16. Feb
Apple liefert E-Books mit Kopierschutz aus
Viele Verlage bestehen darauf, dass ihre Waren über den iBook-Store nur mit einem Rechtemanagement verbunden ausgeliefert werden.
Ich würde gerne mal mit so einem “Entscheider” sprechen und seine Welt kennen lernen. Lebt dieser Mensch in der gleichen Zeit wie ich? Informiert er sich irgendwie über die Medienbranche? Die Indizien sprechen dafür, dass beides nicht der Fall ist. Die Zukunft dieser Ebooks ist jetzt schon einfach zu beschreiben: Sie werden wie Blei in den Regalen liegen, da niemand eine Bindung des Buches an ein Gerät will. Wenn ich ein Buch kaufe, möchte ich gerne entscheiden auf welchem Medium ich es lese und – für diesen Menschen unvorstellbar – ich habe hin und wieder ein neues Gerät auf dem ich mein gekauftes Buch lesen möchte. Geht der Betreiber pleite (siehe Yahoo-Musik), sind all meine gekauften Dateien nicht mehr zu benutzen und das Geld hab ich in die Tonne getreten. Das hat die Musikindustrie bereits vor Jahren auf die harte Tour erfahren müssen.
Nun gut, verreckt halt – es tut mir nur Leid um die Autoren, die darunter leiden müssen – wie vorher schon die Musiker.
Und jetzt bitte nicht jammern, dass sonst eure Bücher kopiert werden und ihr nichts verkauft. Das ist Bullshit! Ja, die Bücher werden kopiert, aber ihr verkauft dann mehr als je vorher.
Doktortitel gefällig?
07. Jan
Ich stelle immer wieder fest, ich lebe in einer anderen Welt. Ok, das ist mein Hobby, aber auch im täglichen Leben komme ich zu dieser Erkenntnis.
Eine Universität ist für mich zum Beispiel ein Ort der Wissenschaft, dort werden neue Wissenschaftler ausgebildet, die zu mindestens einen Teil ihres Lebens mit der Erforschung der Welt verbringen. Mir ist noch deutlich der Satz meines Professors für Kryogen-Physik im Ohr:
“Sie erhalten hier keine Berufsausbildung, gehen Sie zur FH wenn Sie das wollen.”
Ein kluger Mann und ein kluger Satz. Mittlerweile ist Wissenschaft und Forschung kein Kulturgut mehr und Unis sind reine Ausbildungsfabriken für Konzerne geworden, kombiniert mit einem schnellen Schmalspurstudium, dass sich Bachelor nennt. Durch die Menge an Stoff in kurzer Zeit ist auch der Blick über den eigenen Fachschaftszaun nicht mehr möglich. Denken mal “out-of-the-Box” ist unerwünscht, es sei denn man kann dies als Marketingspruch bei einem Werber anbringen. Ebenso ist es den akademischen Titeln ergangen: Je nach Fach ist es ein Stück harte Arbeit oder so ein Ding, das nebenher läuft. Durch meine zweite Ausbildung hatte ich einen sehr tiefen Blick in die Doktor-Arbeiten einiger Mediziner und bin schon damals zu der Erkenntnis gekommen: In meinem alten Fachgebiet wäre so etwas maximal ein Versuchsbericht eines Praktikums gewesen wären (von der maximalen Ignoranz in Sachen Statistik mal ganz abgesehen).
Kein genialer Geistesblitz, aber immerhin haben sie die Arbeit selber geschrieben (bis auf die Statistik, die ich betreut hatte).
Unsere neue Familienministerin Dr. Kristina Köhler muss daher ein echtes Genie sein, gerade mal 32, Mitglied des Bundestages (die von sich sagen 10-16h Tage zu haben), aber dennoch macht sie nebenher eine Doktorarbeit. Respekt! … könnte man denken.
Die SZ hat sich diese Doktorarbeit in Soziologie (Empirische Studie über CDU Mitglieder)1 und ihre Entstehung mal näher angeschaut:
Eine empirische Stichprobe der CDU-Mitglieder zu ziehen, ist für normalsterbliche Sozialwissenschaftler eine nahezu unlösbare Aufgabe. Köhler aber konnte – dank Pofalla – auf die Mitgliederdatenbank der CDU-Parteizentrale zurückgreifen. O-Ton Köhler: “Ein Privileg, das Parteien nicht oft gestatten.”
Mitarbeiter im Konrad-Adenauer-Haus haben für die Neu-Ministerin nicht nur die repräsentative Stichprobe gezogen, sondern auch noch, quasi als Dienstleitung an der Nachwuchskraft, die Fragebögen verschickt.
(…) ein wissenschaftlicher Mitarbeiter ihres Doktorvaters Falter die sieben, beziehungsweise zehnseitigen Fragebögen an die CDU-Mitglieder und CDU-Bundestagsabgeordneten gestaltet, die Daten aus den Fragebögen in den Coputer eingegeben hat und die Dissertation “komplett layoutet und formatiert” hat, wie Köhler freimütig schreibt. Das Ganze gegen Bezahlung, auf Mini-Job-Basis.
SZ: Das schwarze Netz von Frau Doktor
Auf Mini-Job-Basis, da war sie ja echt großzügig. Ich weiß nicht, was ich trauriger finde: Den Vorgang überhaupt oder der absolute Mangel an Stolz auf die eigene Arbeit. Man ist fast versucht, auch bei einer Parteistiftung anzufragen, ob sie einem nicht die Doktorarbeit schreiben… wenn da nicht der Stolz auf die eigene Arbeit wäre.
Ebenfalls lesenswert die Kritik des Deutschlandfunks an der Arbeit:
Deutschlandfunk: Eine mustergültige Typ-II Arbeit
1) Empirische Studien von Soziologen werden meistens auch von meinem Berufsstand ausgewertet. In meiner alten Abteilung hießen die Dinger “Vakuum-Werk“, da sie zu 99% mit wenig Arbeit gemacht wurden und zu 100% nicht signifikant waren (weder statistisch noch inhaltlich).
Warum sollten sie?
01. Jul
Der Komplikateur fragt in den Kommentaren
Die Frage ist nicht, ob Google oder die Verlage das Geld bekommen, sondern wie kommen die Jounalisten (Musiker, Fotografen, Schriftsteller etc.) an das Geld für ihre Arbeit? Die Zeitungen entlassen reihenweise Journalisten – wer von den Internet-Sachverständigen oder von der Räuberpartei hat darauf eine Antwort? Keiner.
Um es ganz klar zu sagen: Da muss auch niemand eine Antwort drauf geben, warum sollte es die Aufgabe der Politik (oder sonst wem) sein, die Kreativität eines Geschäftszweiges zu ersetzen?
Man stelle sich das mal wo anders vor: Die Firma Hummer baut große spritfressende Geländewagen, die will aber nun niemand mehr haben, da es bessere Autos gibt. Die sind leiser, brauchen weniger Sprit und sind besser ausgestattet. Nun sagt Hummer zur Politik: “Macht doch mal bitte die Straßen kaputt, damit unser Geschäftsmodel weiterhin funktioniert. Denn dann können diese kleine Autos auch nicht mehr fahren.”
Klingt doch auch nach nem tollen Plan, oder?
Die Zeitungen haben zwei Jahrzehnte das Internet schlichtweg verpennt und jetzt heulen sie rum. Da wäre Zeit genug gewesen neue und alternative Modelle zu liefern. Mit dem Internet fällt jetzt nur auf, wie sehr die Qualität gesunken ist und der Leser hat direkt die Möglichkeit zu sagen: Ihr schreibt Unsinn. Klar, dass das nicht jedem passt.
Stattdessen gibt es Internetseiten die voller Werbung sind, so dass man schon keine Lust hat sie zu besuchen. Die eher dezente Google-Text-Werbung funktioniert hingegen super und wirft satte Gewinne ab.
“Aber die Werbung klickt doch keiner!”
Ja und? Drücke ich hektisch auf meiner Print-Zeitung (von denen ich einige im Abo habe, inkl. Tageszeitung) rum, wenn ich ne Anzeige sehe? Laufe ich ans Telefon und bestelle? Wohl kaum. Eine gute Werbung nehme ich wahr, eventuell interessiert sie mich und ich informiere mich. Nicht anders läuft Internet-Werbung.
Ganz abgesehen davon, dass ca. 90% der Onlinewerbung fürchterlich schlecht ist, keine Kreativität, sondern nur ein dumpfes “KAUFEN!”.
Gegenvorschläge gab es zu dem eine Menge, der wichtigste ist wohl: Schafft einen Mehrwert, eine Community, sorgt aber zu aller erst für Qualität. Wenn ihr nicht wisst wie das geht, holt euch Hilfe, aber heult nicht rum, dass man Post nicht mehr mit dem Pony-Express befördert.
Jugenderinnerungen
25. Mrz
Man kann Phil Spector zu Gute halten, dass er die “Wall of Sound”-Aufnahmetechnik in die Welt gebracht hat, mittlerweile ist er aber als durchgeknallter Mörder bekannter: Anklage nennt Phil Spector einen “teuflischen Verrückten” (SpOn)
Nachdem ich realisiert hatte, wen er ermordet hatte würde ich gerne in den Reihen der Geschworenen sitzen, nämlich Lana Clarkson, eine Schauspielerin, die in erster Linie durch B-Movies bekannt wurde.
In den 80er gab es praktisch keine Fantasy-Filme. Es gab Conan und dann lange nichts. Nach dem “lange nichts” kamen die ganzen Video-Produktionen der B, C und D Klasse. Als Fan habe ich natürlich alles gesehen was irgendwie auf Video erreichbar. Darunter auch die Filme Deathstalker, Barbarian Queen und Barbarian Queen II: The Empress strikes back. Letzterer nutzt nicht nur Conan aus, sondern macht sich auch an einem bekannten Star Wars Titel zu schaffen. Hauptdarstellerin in allen Filmen: Lana Clarkson.
Gut, die Filme sind nicht gerade die Perlen der Filmkunst, aber amüsantes Trash-Kino mit etwas nackter Haut und wie gesagt, wir hatten ja damals nichts. Vor allem sind sie mir bis heute im Gedächtnis geblieben, was sie persönlich wertvoll macht.
Ich versuche gerade all diese alten Schätze wieder zu bekommen, der nächste Filmabend wird eine “Lana Clarkson Gedächtnis Nacht”.

Motivsuche
12. Mrz
Ich hab mir lange überlegt, ob ich das Thema “Amoklauf” überhaupt aufgreifen soll. Nach dem ich unglaublich viele Nachbetrachtungen gelesen habe, muss ich auch was loswerden und dabei eventuell den Subtitel des Blogs, nämlich “zynisch” streifen.
Die Berichterstattung war (man muss leider sagen, “wie immer”) unerträglich. Wie wird man eigentlich Amok-Experte? Muss man fünf erfolgreiche Referenzen vorlegen? Durch Fachwissen kann dieser Titel jedenfalls nicht vergeben werden. Aber es gab auch ein paar weise Stimmen: Der Hinweis, dass alle Jugendlichen im Jahr 2009 Computerspielen und der Kriminologe auf HR-Info, der bestätigt hat, dass es keinen 100% Schutz gibt. Wer etwas will, bekommt auch Möglichkeit und vor allen Dingen eine Waffe. Da muss nicht immer Papas Schrank herhalten, sondern es reicht auch ein Flammenwerfer und eine Lanze. Huch, das war ja 1964! Ein brutales Mensch-Ärger-Dich-Nicht als Auslöser?
Amokläufe sind zwar Wahsinnstaten, aber nicht im Affekt, sondern durchweg geplant. Meist sogar minutiös. Nimmt man dem Täter eine Möglichkeit weg, sucht er sich einen neuen Weg, denn der Entschluss zur Tat ist da und sei es einfach nur mit dem Auto in eine Menschenmenge zu rasen. Auch wenn es toll klingt, letztendlich töten nicht Waffen, sondern der Mensch dahinter und der bleibt ein unsicherer Faktor. Es sei denn man verfolgt die Schäuble-Politik und entmündigt so stark, dass man nur noch funktionieren darf. Was im Internet klappt, sollte ja auch im echten Leben klappen. Keine Kameras mehr, keine Kinderpornographie, ist doch ganz einfach. Schließlich macht die Kamera ja die Bilder. Vorsichtshalber auch mal die Küchenmesser entsorgen und direkt auf Fast-Food umstellen. Daher ist es unwichtig, ob und wie viele Waffen der Vater zu Hause hatte. Das Ventil hätte sich entladen, so oder so.
Manche benutzen die Motivsuche auch zur Bestätigung ihrer politischen Überzeugung, ist ja auch niemand mehr da, der sich dagegen wehren könnte: Propaganda 2.0 – We make news not truth. Die Logik sagt einem: Eine Familie, die eine solche Waffensammlung besitzt, ist nicht von einer Hartz IV Depression betroffen, das sind (ohne die nötigen zwei Stahlschränke, getrennt für Munition und Waffen) fünfstellige Beträge. Zu dem wählt man oft selber das Aussenseiter-Dasein und wird nicht dazu gemacht. Man möchte anders sein und eben gerade nicht ein guter Teil der Gesellschaft, weil genau diese einen zum Kochen bringt.
Die Polizei hält sich noch verblüffend verdeckt über die eigentliche Aktion und ich habe irgendwie im Gefühl, dass da noch was nachkommt. Die Tatwaffe war eine 9mm Beretta, wahrscheinlich die M9, die Dienstwaffe der US-Armee und Teilen der Polizei. Reichweite maximal 50 Meter, bei festem Visier. Mit knapp 10cm Lauf eine Waffe für kurze Distanzen. Es ist zu mehreren Schusswechseln gekommen, mit (zu) vielen Verletzen und Toten. Wie kann ein einzelner Täter mit einer Kurzdistanz-Waffe so viel Schaden gegen Profis ausrichten? Die M9 hat ein 15er Magazin, ich halte es für unwahrscheinlich, dass der Täter mehr als einen Ersatzclip mit hatte, daher musste er von Hand nachladen. Ein zeitintensiver Vorgang im Vergleich zu der Menge der abgefeuerten Schüssen. Das sind natürlich alles nur Vermutungen…
Verblüffend…
26. Feb
… was es alles für Gesetze gibt. Aus dem “Gesetz über Versammlungen und Aufzüge” (VersammlG):
§ 3
(1) Es ist verboten, öffentlich oder in einer Versammlung Uniformen, Uniformteile oder gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen.
(2) Jugendverbänden, die sich vorwiegend der Jugendpflege widmen, ist auf Antrag für ihre Mitglieder eine Ausnahmegenehmigung von dem Verbot des Absatzes 1 zu erteilen.
Gleichartige Kleidungsstücke?! Der rote Schal bei der SPD? Das lila Tuch beim Kirchentag? Ich glaube, da kann man Spaß haben als Rechtsanwalt. Und wieso dürfen nur Jugendorganisationen eine Ausnahme machen?
Eine Subkultur kommt ans Licht
24. Feb
“Ich spüre eine große Erschütterung in der Macht.“, sagt Halla Vilhjálmsdóttir in der Rolle der Beta in Astrópía. In diesem Fall meinte sie zwar nur den Besuch von Hildur – der “normalen” Frau – in einem Comicladen, aber ich glaube, man kann diesen Spruch auch viel weitläufiger ansehen. Die Zeit der Nerds und Geeks in ihrer dunklen Ecke ist vorbei und sie werden immer mehr zu einer anerkannten Subkultur, auf die man nicht herabblickt, sondern mit Faszination und einer gewissen Sympathie beobachtet.
Neben Kinofilmen wie Astrópía, Faintheart und Role Models, stellen auch Fernsehserien wie “Big Bang Theory”, “J-Pod” oder “The IT Crowd” den Nerd als sympatische Hauptrolle da und die Normalos der Welt sind die bösen Langweiler. Ein Konzept, dass noch vor wenigen Jahren undenkbar war, da wurde dieses Klischee nur als lustige Einlage genutzt, der Dorfdepp, der durch die Straße getrieben wird.
Man muss nicht mehr verheimlichen, dass man alle Staffeln Star Trek auf DVD besitzt und weiß wie der Bösewicht aus den Thundercats heißt. Dieses Wissen ist nicht weniger besonders geworden, als zu wissen wer die vorletzte Fußballweltmeisterschaft gewonnen hat.(1) Eine durchspielte Nacht vor dem PC wird von den Kollegen(2) mit der Frage “Was denn?” quittiert und nicht mit Stirnrunzeln.
Es ist cool geworden “Nerd” zu sein, glücklicherweise ohne dabei etwas von dem Reiz zu verlieren. Denn ein Nerd kann man nur aus dem Herzen sein, als Mode, die man mal ausprobiert, eignet er sich nicht. Nerds erkennen einander, da eine gehörige Portion Allgemeinbildung dazugehört und das in ungewöhnlichen Dingen. Täuscher kämen nicht weit. Der abfällige Blick ist sympathischer Bewunderung gewichen, sich so viele unnütze Dinge merken zu können.
Die Macht ist erschüttert, aber nur weil die Dunkle Seite sich ein Stück zurückziehen musste. Die dunkle Seite der normalen Welt ohne Fantasie und Kreativität.
1) (Mumion/Mumm-Ra heißt er bei Thundercats, Weltmeister… keine Ahnung).
2) Obwohl ich in der IT arbeite, bin ich mit Abstand der Jüngste in der Abteilung (und werde bald 40) und der einzige Nerd.


