Cynx Cynical World
Beiträge getaggt mit Larp
Mittelpunkt 2009
09. Jan
Die Schlacht beginnt im Januar 2009…
Oberwesel, eine kleine unscheinbare Stadt irgendwo in Deutschland. Hier ist LARP noch so, wie es sein sollte. Nichts deutet darauf hin, dass sich oberhalb dieses idyllischen Talstädtchens die Front für die letzte, epische Schlacht um die Zukunft des deutschen LARPs formiert.
Zerstörer stehen gegen Bewahrer, Superhelden gegen Superschurken. Wähle auch Du Deine Seite. Finde Gleichgesinnte und nimm das Schicksal in Deine Hand. Doch Vorsicht – wähle Deine Gegner mit Bedacht und halte Deine wahre Identität geheim!
Noch scheint alles ruhig vor den Toren von Oberwesel-City, aber die Zeit der Entscheidungen steht bevor – schließ’ Dich uns an und rette das deutsche LARP…
Wieder einmal treffen sich Theoretiker, Spieler und Macher zum Mittelpunkt. Ein Larp-Kongress, der das deutsche Gegenstück zum skandinavischen Knutepunkt darstellt und als Schwerpunkt die Themen “hinter den Kulissen” beleuchtet. Neben zahlreichen Vorträgen und Workshops, der Verleihung des F.R.E.D.S. (der Preis für besonders innovative Larp-Konzepte), findet dort auch die Kampagnensitzung der IG Mittellande statt. Die IG ist ein Zusammenschluß von Larpländern, die auf einem gemeinsamen Hintergrund spielen, um so auch Themen wie Diplomatie, Krieg und Handel in ihre Spiel mitaufnehmen zu können.
Gerade letzteres ist für mich bei meinem ersten Mittelpunkt-Besuch interessant, da “mein” Larpland Vodgorod sich für die Aufnahme in die Kampagne beworben hat. Aber ebenso freue ich mich auf die zahlreichen Vorträge und internationalen Gäste, um mal zu hören, wie den Larp in Holland, Italien und Lettland Larp gespielt wird, die Vorstellung des Buches Larp – Hinter den Kulissen offiziell und natürlich die Party am Abend.
Da es ein Wlan geben soll, versuche ich mal ein Live-Twitter daraus zu machen.
Die spinnen, die…
06. Jan
Jugendamt entwaffnet Ritter
Eigentlich wollten sie nur mit Schaumstoffschwertern aufeinander losgehen, ein bisschen ums Lagerfeuer sitzen, natürlich in mittelalterlicher Kleidung, als Teilzeit-Ritter und -Burgfräulein. Doch das Dortmunder Jugendamt hat den Ferienspaß untersagt, “Gewaltprävention” ist das Stichwort. (…)
„Nach dem Amoklauf von Winnenden”, so Fachbereichsleiterin Elisabeth Hoppe, „muss das Konzept noch einmal auf den Prüfstand”. (…) Ihre Bedenken gehen „in Richtung Gewaltprävention”. Das Konzept müsse überarbeitet werden. „Den Schwertkampf müssen wir noch mal unter die Lupe nehmen.”
Da fehlen mir erstmal die Worte… hat das Jugendamt nicht gerade die Aufgabe Jugendliche zu betreuen? Nein, man nimmt den Ort einfach weg und denkt schön einfach, dass damit auch das Thema vom Tisch ist. Wenn hier jemand auf den Prüfstand muss, dann ist das die Bereichsleiterin, die anscheinend so weit von den Jugendlichen weg ist, dass sie ihre Belange nicht mal im geringsten interessiert.
Abschied nach Wisznirod
04. Jan
Es war der Befehl der Dsarin und damit das Gesetz. Nalim sollte im feindlichen Wisznirod einen Auftrag für das Land erfüllen. Bei Sonnenuntergang verabschiedeten sich die Gefährten von ihrem Freund, dem eine ungewisse Zukunft bevorstand…
Oder: Milan ist für die nächsten fünf Monate im Kosovo und lud zu einer kleinen Abschiedsfeier ein. Eine kleine Larp-Wanderung führte zur nahen Burg Sayn, die einen phantastischen Ausblick bot. Der Abend endete gemütlich mit Gesprächen, selbstgebackenen Brot und landeseigenem Goldwasser.
Stroh auf dem Kopf
02. Jan
Eine der langweiligsten Larp-Diskussionen ist die Diskussion um Lederrüstungen. Mit aller Macht wird demonstriert, dass Metall viel besser ist und Leder weder schützt noch verwendet wurde. Teil A “Metall ist besser” stimmt ohne Einschränkungen, ein Panzer schützt allerdings noch mal deutlich mehr. Teil B stimmt nur in Teilen, eine reine Lederrüstung hat man nie gefunden, wohl aber gehärtete lederne Armschützer (Visby, Orient). Dabei vergessen die Disku-Tanten meist völlig, dass es neben “schneller, besser, weiter” auch noch ein kulturellen Faktor in Sachen Rüstung wichtig ist. Vielleicht kommt dieses Volk nicht auf die Idee Metall zu nutzen, oder es ist ihnen vom Glauben verboten? Oder es ist vielleicht völlig sinnlos bei ihnen Metall zu tragen, weil das Klima viel zu feucht ist? Letzteres gab tatsächlich und zwar in Süd-China, in einer sehr feuchten sumpfigen Region. Dort trug man Rüstungen aus … Papier. In der Feuchtigkeit der Sümpfe wurde das Papier zäh und hart, war immer noch beweglich und bot einen guten Schutz (Oriental Armour – H. Russell Robinson, Courier Dover Publications, 2002 ISBN 0486418189, in Google Books). Die Papierfabrigen für Rüstungen genossen einen sehr guten Ruf und waren heiß umkämpft.
Ebenso interessant kommt dieser spanische Helm aus dem 16. Jahrhundert daher, er besteht komplett aus Stroh. Wahrscheinlich wurde er aber nur zu dekorativen Zwecken getragen.
Superhelden
31. Dez
Auf dem Larp-Kongress Mittelpunkt 2009 “Save the German Larp” steht die Abendparty unter dem Thema Superhelden. Wer noch Anregungen für sein/ihr Kostüm braucht findet ein realistische Vorschläge bei der World Superhero Registry. Diese Jungs und Mädels tragen nicht nur Kostüme, sie handeln auch. Ich werde mich auf der Party aber eher der Vernichtung alkoholischer Gefahren widmen. Dabei wäre ich doch so viel lieber ein Superbösewicht.
RPG in den Medien
30. Dez
Ich brauche mal die Hilfe der kollektiven Schwarm-Intelligenz der Kollegen hier:
Für einen Artikel suche ich Bücher, Filme, TV-Sendungen/Serien (keine reinen Dokus) in den Rollenspiel, Reenactment, Larp thematisiert werden.
Zum Beispiel Bücher wie Die siebte Stunde – Elisabeth Herrmann, das Volk der Lüfte von Peter S. Beagle oder Filme wie Monsters & Mazes mit Tom Hanks. Ich kann mich dunkel an einige TV-Produktionen erinnern, in denen das Hobby auch als Hintergrund diente.
Weitere Beispiele sind herzlich in den Kommentaren willkommen! Gerne auch die “Offensichtlichen” oder Geheimtipps. Je mehr, je besser.
Larp: Hinter den Kulissen
22. Dez
Welchen Bezug hatten Lord Byron und Mary Shelley zum Thema LARP? Wieso unterstützt die Bundeszentrale für politische Bildung Live-Rollenspiel? Und was macht man, wenn auf einer Veranstaltung unangemeldet die Presse vor der Tür steht? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die Autoren der Aufsatzsammlung LARP: Hinter den Kulissen, die Anfang Januar anlässlich des MittelPunkt 2009 im Zauberfeder Verlag erscheint. In elf ausgesuchten Beiträgen wagen sie philosophische und historische Betrachtungen des Hobbys, geben hilfreiche Tipps und Anregungen für Organisatoren und stellen Beispielprojekte vor.
Das Buch bietet eine tiefergehende Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des Hobbys Live-Rollenspiel. Es soll neue Erkenntnisse vermitteln und inspirieren, aber auch Anstoß geben, andere oder sogar entgegengesetzte Meinungen zu formulieren, neue, noch innovativere Projekte anzugehen und Methoden zu entwickeln, mit denen sie effizienter umgesetzt werden können. Eine Publikation für Veranstalter und Interessierte, die der Blick hinter die Kulissen des Live-Rollenspiels reizt.
Das 128-seitige Buch kostet 9,90 Euro und ist ab dem 12. Januar im Zauberfeder-Shop sowie unter der ISBN 978-3-938922-21-7 im Buchhandel erhältlich.
Gerade frisch aus dem Larpzeit-Newsletter, ein klein wenig Eigenwerbung: “Larp: Hinter den Kulissen” ist das erste Buch in Sachen Sekundärliteratur zum Larp (abgesehen von diversen Magisterarbeiten) und lehnt sich grob an die Tagungsbände zum skandinavischen Knutepunkt an. Darunter ist auch ein Beitrag von mir über die Geschichte des Larps bevor es Larp gab. Wann gab es die ersten Ideen in der Richtung, ist P&P wirklich das dunkle Erbe des Larps oder liegen die Ursprünge doch woanders. Da kommt auch Lord Byron und Mary Shelley zum Zuge, wenn auch in einer eher kleinen Nebenrolle.






