Minne

Spiegel-Ritter

Da hat SpOn aber mal wieder einen Artikel, der einem den Keuschheitsgürtel rostig macht…

Unter dem Titel “Ritter Gnadenlos” erklärt der Spiegel wie das denn so damals mit den Ritter war, so “Im Mittelalter”. Wir reden wir zwar über eine Zeit von knapp 500 Jahren, aber wer wird denn so kleinlich sein. Auch lernen wir, dass Ritter ihren Reichtum auf der Plünderung ihrer toten Gegner aufgebaut haben. Klar, so ein böser Ritter hatte seine Templer-Express-Karte und ca. 500 Goldstücke locker an seiner Rüstung hängen. Sobald man ihn umgehauen hat, muss man nur sein Zeug nehmen…
Mann, Mann, Mann… manchmal kann man gar nicht soviel Gewürzwein trinken, wie Journalisten Unsinn schreiben.

Im Prinzip kann man jeden Abschnitt des Artikels mit “NOT” enden lassen. Sicherlich ist es ein journalistisch schöner Aufmacher einen Mythos auseinander zunehmen, da bin ich voll dabei. Aber bitte dann auch bitte mit den korrekten Informationen und nichts was man was man bei PM History, Gallileo oder anderen Schwachmaten-Magazinen aufgeschnappt hat.

Den Bogen überspannen

An einem aktuellen Thema ein kleine Lehrstunde aufzuhängen ist in der Presse häufiger zu finden. So ist die Idee der Welt den Film Robin Hood mit der Geschichte des Langbogens zu verbinden begrüßenswert, wenn das ganze auch noch sauber recherchiert worden wäre.

Mittelalter-Waffen – Wie Robin Hoods Bogen die Welt veränderte

Wenn überhaupt war der Bogen in den Schlachten von Crécy und (1346) und Agincourt (1415) entscheidend. Selbst da weisen neuere Forschungen darauf hin, dass engl. Historiker ihren edlen Bogenschützen deutlich größer geschrieben haben, als er eigentlich war. Dennoch war der Einsatz der Bogenschützen ein guter Teil des Erfolges gegen das französische Heer (neben einem völligen strategischen Versagen der Franzosen). Aber 1346 & 1415 ist (je nach Definition) am ziemlich Ende des Mittelalters und konnten es daher nicht bahnbrechend ändern. Die Benutzer eines solchen Bogens waren auch nicht “freie Männer”, wie es die Welt schreibt. Der Begriff “Freiheit” ist sehr neuzeitlich, die romantische Braveheart-Vorstellung ist einfach Unsinn. Im Gegenteil “ein Mann ohne Herr” war im Normalfall ein Verbrecher, denn er fand keinen Herrn der für ihn Sprach. Er war ein Ausgestoßener aus der Ständegesellschaft. Teil dieses Ständeverhältnisses war die Verpflichtung eines jeden Untertanen mit dem Bogen zu trainieren. Und so weiter und so fort….

Rittertunier

Ein echtes! Ritterturnier (in Zeitlupe gefilmt) mit einem fulminanten Treffer.

Bei der Gelegenheit muss ich allgemein auf das Blog von Cry Havoc hinweisen, der mich seit einiger Zeit mit tollen Fundstücken versorgt. Meist nur wenig Text, dafür aber gekonnt in Szene gesetzt mit einem passenden Foto. Genau dort habe ich auch dieses Fundstück aufgegabelt.