Cynx Cynical World
Denken
Online-Petition und die Reaktion der Politiker
08. Jan
So viel Unverschämtheit über Menschen die ein demokratisches Instrument einsetzen ist ne Beleidigung ins Gesicht der Beteiligten.
Zitate von Netzpolitik: zur Tagesschau (dort auch mit Video).
Unser Wirtschaftsminister von Guttenberg wurde mit den folgenden Worten gesendet:
“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”
Die haben wirklich alle den Knall nicht mehr gehört, unsere Zensursula legt nach mit:
Auf dpa tickert eine aktuelle Aussage von der von der Laien zu den Protesten:
Von der Leyen ließ dies dennoch unbeeindruckt. „Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“. smartburn with hoodia
Mit anderen Worten: von der Leyen argumentiert, dass die Gegner ihres Gesetzes nicht zivilisiert seien.
Wer sich fragt warum der Guttenberg denn nun auch nach mal heftig nachlegt… ganz einfach: Persönliche Interessen wie Stefan Niggemeier aufklärt.
Die Schönheit der Sprache
08. Jan
Deppen-Apostroph, “dem sein”, “in keinster Weise”… die Liste der gramatikalischen und syntaktischen Fehler in der Sprache ist beliebig lang. Das Internet ist ein Versuchslabor für neue Sprachkonstrukte und vor allem für Kritiker dieser Entwicklung. Kaum ein Blog oder Forum, dass nicht den stets mahnenden Dudensüchtigen oder Bastian Sick Praktikanten unter seiner Kundschaft hat. Auf den Inhalt des Eintrags wird kaum eingegangen, dafür aber mit großer Schadenfreude die Sprache und vor allem die Fehler in selbiger zerpflückt, ausgebreitet und genüßlich seziert. Dabei geht es dem Kritiker nie um konstruktive Kritik, sondern um Selbstdarstellung und Demontage des Schreibers.
Das nervt nicht nur mich, sondern auch Stephen Fry, aber im Gegensatz zu mir kann Fry aus diesem Thema einen wundervollen Podcast machen, in dem er 30 Minuten lang über die Schönheit der “inkorrekten” Sprache philosophiert, die kein neues Phänomen ist, sondern der lebende Beweis, dass Sprache nicht statisch ist. Der Podcast ist nicht nur klug, sondern in alter Fry Manier grenzenlos amüsant (solide Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt):
Direct Download: Stephen Fry – The beauty of incorrect language
Das Schützenheim in Bloggersdorf
08. Jan
Das Haus von Zensursula in Bloggersdorf wurde gestern durch die Diskussion über Paintball etwas weniger belagert und man versammelte sich vor dem Schützenheim, um die selbstgemalten Transparente hoch zuhalten. Man war sich einig, dass Paintball sicherlich keine Gefahr darstellt, eben sowenig wie First-Person-Shooter und wurde durch Experten in dieser Meinung unterstützt.
Überhaupt Experten… auf die legt man in Bloggersdorf sehr viel wert und versucht immer wieder am Haus von Zensursula einen solchen einzuschleusen, leider bleibt die gute Frau experten-resistent, muss aber seit heute Morgen wenigstens einen Experten mal zum Kaffee einladen (@Mitzeicher meldet 100% für die Petition erreicht).
Aber vor dem Schützenheim sind die Experten auch bei den Bewohner von Bloggersdorf unerwünscht, man bedient sich der selben rethorischen Leer-Hülsen wie Zensursula. “Schützenvereine verbieten“, “Keine Macht der Waffen-Lobby“, “Waffensscheine weg” usw. kann man auf den Demonstrationsplakaten lesen. Herr Cynx sitzt derweil auf der Veranda und schüttelt verzweifelt den Kopf…
Liebe Leute, hier passiert genau das, was ihr der Frau von der Leyen vorwerft. Erst informieren, dann eine Meinung bilden! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, bei dem was ich da alles gelesen habe.
(Das wird jetzt etwas länger, drum habe ich auf der Startseite einen Umbruch eingebaut)
Israeli / Palestinian Coffin Counter
07. Jan
Ein Bild sagt immer mehr als 1000 Worte. Die aktuellen Zahlen (anhand der BBC) im aktuellen Krieg als einfaches Bild.
Peng, du bist tot
07. Jan
Der Mitttags-Rant heute mal am frühen Morgen, da das Netzwerk hängt…
Bei den derzeitigen Nachrichten, weiß ich schon gar nicht mehr, wann ich überhaupt je mit dem Kopfschütteln aufhören soll. Das neueste Highlight im Verbots- und Zensurwahn:
Die große Koalition will Paintball verbieten (Tagesschau / SpOn)
Spannend ist dabei die Begründung: “Dabei wird das Töten simuliert”, sagt der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU). Ich weiß ja nicht ob Herr Bosbach jemals Paintball gespielt hat, ich hab es eine Zeit lang sehr oft gespielt und habe dabei nie daran gedacht meine Mitspieler zu töten. Das waren meine Mitspieler, meine Freunde, meine Bekannten. Warum sollte ich simulieren, dass ich sie töte?
Ich habe sie getroffen, mit der gleichen Motivation wie man Fangen spielt. Nicht umsonst heißt das Spiel in seiner Ur-Version “Gotcha!” = Got you! = Hab dich! Oder wird bei Fangen auch der “polizeiliche Zugriff simuliert”?
Mit dieser verlogenen Begründung stehen Tür und Tor offen für weitere Verbote und auch das Larp-Verbot erscheint nicht mehr wie eine skurrile Randerscheinung einer Einzelperson, sondern ein weiterer Schritt das bundesdeutsche Einheits-Schaf zu erziehen. Die Botschaft ist eindeutig: Nur Massensport ist zu betreiben, gerne auch als Hooligan, da werden dann von Staatsseite die NSCs gestellt, die sich verprügeln lassen dürfen.
Paintball hat dabei schon einiges mitgemacht, nach den ersten Verboten war es nur noch erlaubt in “Bunter” Kleidung und auf offiziellen Spielfeldern zu spielen. Daraus entstanden Geschäftsfelder und Menschen gründeten ihre Existenz, erwarben Grundstücke und bauten sie entsprechend um. Diese Menschen werden jetzt direkt zu Verbrechern abgestempelt. Spieler wie Anbieter werden mit empfindlichen Strafen belegt: side effects from zetia lipitor
Auch die Spieler und diejenigen, die Spielanlagen zur Verfügung stellten, müssten mit einer Strafe rechnen. Ein Verstoß solle mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro belegt werden. (Tagesschau)
Die Paintball-Pistole darf man dann mit Glück in einer gnadenvollen Amnestie-Aktion abgeben und wird dann brav neben dem Schaumstoff-Nunchaku liegen, dessen Gefährlichkeit jedem bekannt ist … NOT.
Siehe auch den Artikel im Zauberspiegel

Petition gegen Netzsperren unterzeichnen!
05. Jan
Hier hingehen und unterschreiben.
Text der Petition
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.
Jahres-End-Klassiker
30. Dez
Zugenommen oder abgenommen? Beides, im Schnitt gleich.
Haare länger oder kürzer? Geblieben, 1mm.
Mehr Kohle oder weniger. Mehr.
Mehr ausgegeben oder weniger? Wie immer, glaube ich.
Der hirnrissigste Plan? Für eine Nacht zum Polarkreis zu fliegen, war aber trotzdem klasse.
Die gefährlichste Unternehmung? In Kenia Korruption zu begehen.
Mehr Sport oder weniger? Mehr.
Die teuerste Anschaffung? Fernseher
Das leckerste Essen? Dinner in der Imani-Dau (Kenia)
Das beeindruckenste Buch? Book of Lost Things von John Connolly
Das enttäuschendste Buch? Schon verdrängt
Der ergreifendste Film? Ergreifend?! Keine Ahnung. Batman fand ich klasse.
Die beste CD? Abney Park – Lost Horizon
Die meiste Zeit verbracht mit…? Mir.
Die schönste Zeit verbracht mit… ? Kreativ sein.
Vorherrschendes Gefühl 2008? Wird schon.
2008 zum ersten Mal getan? Afrika besucht.
2008 nach langer Zeit wieder getan? Schulfreunde wiedergesehen (nach 20 Jahren)
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Aufgeblasene Egos, Langweiler, Rechnungen
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Dass die Welt Steampunk-Cons braucht.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Kann nur derjenige beantworten.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Mich zu inspirieren.
Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Das piekst jetzt etwas (vor der OP)
Der folgenreichste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Das schwarze Eis ist da lang (Larp-Insider)
2008 war mit 1 Wort…? Durchgang
Vorsätze für 2009? Weniger müssen zu müssen und mehr wollen zu können.
Phæno
30. Dez
Fragt man im Freundeskreis nach Physik oder allgemein Naturwissenschaften wird der Faltenbildung im Gesicht direkt Vorschub geleistet. Die meisten sind froh, dieses grausame Kapitel der Schulzeit hinter sich gelassen zu haben. Auf der anderen Seite ist das Fernsehen voller populär-wissenschaftlicher Sendungen, die den Zuschauer mit anschaulichen Experimenten die Welt der Naturwissenschaft näher bringt und sich reger Beliebtheit erfreuen.
Grund für dieses Paradoxon dürften in erster Linie demotivierte Lehrkräfte sein. In meinem Studienjahrgang war es üblich auf Lehramt zu wechseln, wenn man das normale Physikstudium nicht schaffen konnte. Die paar Semester Pädagogik waren schnell gemacht und die Scheine für Physik deutlich einfacher. Kein Wunder, dass bei so einem System keine guten Lehrer entstehen können.
Das Phæno in Wolfsburg will das Staunen über die Natur dem Menschen wieder näherbringen und so besuchte ich letzten Sonntag, begleitet von drei zauberhaften Assistentinnen das Museum. Staunen kann man schon bevor man das Gebäude betritt, denn die Archtiktur ist mehr als außergewöhnlich. Der Guardian zählt es zu dem zehn wichtigsten Gebäuden moderner Architektur. Auf 154 Meter erstreckt sich ein Betonbauwerk, das auf zehn Füßen ruht. Zaha Hadid konzipierte den Bau, der Teil einer eigenen Führung ist (mehr zur Architektur).
Mit 12 EUR pro Person betritt man durch einen der Betonfüße (Cones) das Gebäude und soll laut Homepage ca. drei bis vier Stunden für den Besuch einplanen. Nach unserem Besuch von drei Stunden kann ich nur sagen, dass dies utopisch ist. Wir haben vielleicht ein Viertel der Ausstellungen gesehen, geschweige denn ausprobiert. Die Jahreskarte für nur 29 EU lohnt sich also ohne Frage.
Im Inneren wird dem Besucher nach Themen aufgeteilt die Welt der Naturwissenschaft näher gebracht. Dies geschieht nicht mit langweiligen Schautafeln, sondern einer wirklichen Vielzahl von Experimenten zum ausprobieren. Neben jedem Exponat steht eine kleine Anleitung was man zu tun hat und kann direkt ans Ausprobieren gehen. Ein weiterer Text erklärt was passiert und nennt den physikalischen Hintergrund. Das Experimentieren steht ganz klar im Vordergrund. So lernt man etwas über den Bernoulli Effekt, Drehmomente oder Statik. Leider sind wir nicht weiter als durch die Newton’sche Physik gekommen. Viele der Exponate sind deutlich mehr als nur Experimente, sondern Kunst mit physikalischen Mitteln. Begleitet wird die Dauerausstellungen von Sonderveranstaltungen (zur Zeit Lego), Workshops (Küchen-Chemie) oder diversen Shows (Laser, Feuertornado). Das angeschlossene Restaurant baut im Vergleich leider sehr ab und wirkt sehr lieblos, für die kulinarischen Experimente lohnt sich der Besuch in der gegenüberliegenden Autostadt.
Ein Besuch im Phæno kann ich nur empfehlen, auch wenn man mit Naturwissenschaften überhaupt nichts am Hut hat (oder gerade dann!).



