Cynx Cynical World
Cyberpunk
Briefgeheimnis? Welches Briefgeheimnis?
08. Jan
Obwohl die USA immer noch kein Rechtsmittel gegen Wikileaks hat und ein passendes Gesetz verzweifelt gesucht wird, hindert es sie nicht daran mit einem Gerichtsbeschluss die Firma Twitter zur Herausgabe der Daten einiger User zu zwingen. Darunter auch auch ein Mitglied des isländischen Parlaments. Nice.
Die Reaktion von Twitter ist aber ausgesprochen lobenswert. Andere Firmen hätten wahrscheinlich direkt genickt und ohne Worte die Daten übergeben. Twitter hingegen informiert die betroffenen User, weißt sie auf ihre Einspruchsfrist hin und gibt Hinweise an wen man sich am besten wenden sollte.
Etwas Hintergrund:
The Guardian im Gespräch mit Birgitta Jonsdottir, Mitglied im isländischen Parlament
US tells Twitter to hand over WikiLeaks supporter’s messages
Techcrunch zum Vorgehen von Twitter
Twitter Informs Users Of DOJ WikiLeaks Court Order, Didn’t Have To
Der Stand der Welt 2011
05. Jan
Es wird mal wieder Zeit:
Bruce Sterling is a science fiction author, journalist, speaker, and citizen of the world, spending much of his time on the road, in Serbia, in Italy, and in the U.S. (… und)
Jon Lebkowsky is an Internet expert, evangelist, and consultant, social
commentator, gonzo futurist, media analyst and critic, organizer and
activist based in Austin, Texas.
Schauen zum elften Mal auf the State of the World
I’m not clear whether the world was more demented than usual in 2010, or the general craziness was just better documented than ever before.
Genau passend dazu stellt Recon Instruments auf der jetzt beginnenden CES Cyber-Goggles vor:

On the HUD are speed and distance traveled, a virtual odometer, temperature and location. You can also hook it up to a computer to download GPS-tracked records of your visits to Stambul and Freeside
Erstmal nur eine Skibrille, aber das könnte der Anfang sein…
Merry Winter to you all
24. Dez
“Christmas, Kwanza, whatever you call it — I fucking hate it.
But winter… that’s different. I love winter. Here’s why.
Because winter meant a new season’s maker codes, and it meant clean snow that you could eat straight out of the air and…
I mean, Christmas, that wasn’t a big deal. I’d just get something else made out of lizards by Mom.
But WINTER.
Winter meant change.
Every new winter, things got a bit better.
You’re probably wondering what the point of all this ugly bullshit rambling bullshit is.
It’s this:
The future is inherently a good thing.
And we move into it one winter at a time.
Things get better one winter at a time.
So if you’re going to celebrate something then have a drink on this:
The world is generally and on balance, a better place to live this year than it was last year.
For instance: I didn’t have this gun last year…
Shadowrun Kalender 2011
04. Okt
Der Shadowrun-Kalender ist fertig gestellt und kann bei Pegasus vorbestellt werden. Erscheinungstermin ist der 21.10. (zur Spiel in Essen). Schnell bestellen, denn der Kalender ist limitiert.

Warum Wahlcomputer eine dumme Idee sind
25. Aug
Man kann nämlich – ohne die Siegel zu brechen – so etwas mit ihnen machen.
Etwas Hintergrund zum Hack
Daten auf neuem Personalausweis sind nicht sicher
24. Aug
Der Chaos Computerclub hat den neuen Chip-Personalausweis geknackt. Doch der Innenminister sieht deshalb keinen Handlungsbedarf.
Noch Fragen, euer Ehren? Besonders schön finde ich das “keinen Handlungsbedarf”. Warum auch, mit dem Perso sollen in der Zukunft auch nur Rechnungen beglichen werden, man kann den Online Betrügern nicht einfach die Grundlage entziehen… oder so.
Weitere Infos bei der Piratenpartei und was man tun kann.
via Ralf
Worte des Meisters (11)
21. Aug

Music has always been a matter of energy to me, a question of fuel. Sentimental people call it inspiration, but what they really mean is fuel. I have always needed fuel. I am a serious consumer. On some nights I still believe that a car with the gas needle on empty can run about fifty more miles if you have the right music very loud on the radio.
Dieses Zitat ist nicht von Spider Jerusalem, sondern von Hunter S. Thompson (einigen vielleicht aus “Fear and Loathing in Las Vegas” bekannt). Die Ähnlichkeit zwischen Spider und Hunter, sowohl optisch, als auch in den Texten ist natürlich kein Zufall. Spider ist Hunter in der einer nahen Zukunft, denn die Kunst des zornigen Journalismus wird immer notwendig sein.
DefCon 2010: Das Leben hacken
12. Aug
You may argue that these hackers have a proclivity to criminal behavior which is why they do what they do. I’ll tell you are wrong. Yes there are criminal intentions to be found at DefCon, but so are there to be found in your office. Every niche of society has a dark element. But that’s not the majority of what you see in society, or here at DefCon. The sense of community and public education is overwhelming, as is the need to share, albeit anonymously, successful hacks that reveal weaknesses in the various security infrastructures that affect all of our lives.
Sehr lesenswerter Artikel von Lou Lesko im National Geographic über den diesjährigen Hacker-Kongress DefCon in Las Vegas.
The hackers life – my weekend at Defcon

Foto: Lou Lesko
Netzneutralität: Falsche Informationen als Fakten verkaufen
29. Jul
Das Thema Netzneutralität kommt langsam aber sicher auch bei den klassischen Medien an. Nur ein böser Mensch würde denken, dass das Interesse der Content-Verwerter an einem gesteuerten Netzverkehr auch damit zu tun haben könnte, dass man sich wieder besser im Markt aufstellen kann und die ungewollten Inhalte mittels Netzdrosselung aus dem Weg fegt…
So hat auch der The European das Thema für sich entdeckt und titelt reißerisch “Schlachtfeld Internet – Was heißt hier neutral“. Autor Alexander Görlach findet die Regelung ganz toll, denn es ginge um eine “technische Frage”:
Die Forderung der Netzneutralen ist, dass bei diesem Transfer keine Datenmengen vor anderen priorisiert werden dürfen. Von dieser Priorisierung lebten und leben aber viele innovative Ideen im Web, die wir aus unserem Leben nicht mehr wegdenken wollen: Die SMS konnte ihren Siegeszug nur antreten, weil sie als Datenpaket bevorzugt wurde. Nur wenn die Nutzer sich darauf verlassen können, dass eine abgeschickte SMS immer so schnell wie möglich bei dem Adressaten ankommt, kann dieser Service durchschlagen und am Ende ausreichend monetarisieren.
Ich kann nicht beurteilen, ob Herr Görlach (studierter Germanist und Theologe) die technischen Aspekte von Peering und Transit versteht und wie die für uns zuständige AMS-IX arbeitet, was ich aber beurteilen kann ist dieser kleine Abschnitt:
“Von dieser Priorisierung lebten und leben aber viele innovative Ideen im Web”
Welche? Es wird nicht eine genannt. Genannt wird nur die SMS, die nicht im Web existiert. Da es zur Zeit (noch) Netzneutralität gibt, kann es also laut dieser Aussage keinerlei Innovationen im Netz gegeben haben. Wovon wird denn hier gesprochen?
Was aber wirklich viele Innovationen gebracht hat, war der breite und nicht priorisierte Netzzugang für alle. Mittlerweile ist es für jeden möglich Videos im Netz hochzuladen ohne Stunden mit dem Upload zu verbringen. Videoportale und User-Created-Contend im Allgemeinen sind zu einem echten Marktmotor geworden und ich bin mir sicher: Mit einer noch größeren Upload-Geschwindigkeit würden weitere Innovationen folgen.
Es sind also keine Antikapitalisten und Marktfeinde, die Netzneutralität fordern. Ganz im Gegenteil! Es sind innovative Unternehmen, die erheblichen Druck auf die klassischen Content-Provider ausüben. Einen Druck, den man gerne unterbinden möchte, um seine Monopolstellung zu erhalten.
Aber wenn Herr Görlach die SMS schon erwähnt, will ich sie auch noch kurz ins Spiel bringen. Die SMS war niemals priorisiert gegenüber anderem Datenverkehr im Handynetz. Besonders lächerlich ist der Satz “Nur wenn die Nutzer sich darauf verlassen können, dass eine abgeschickte SMS immer so schnell wie möglich bei dem Adressaten ankommt“. Wir können alle aus eigener Erfahrung das Gegenteil berichten, verlorene und verspätete SMS… und das ist auch völlig logisch. Die SMS ist keine gewollte Kommunikation im eigentlich Sinne, sondern nutzt eine freie Lücke von 160 Zeichen in der rein technischen Kommunikation des Handys aus. Dort wo das Handy mit dem nächsten Masten kommuniziert und sagt “Hallo, hier bin ich, meine Nummer ist…, hast du was interessantes für mich?” war dieser Platz noch vorhanden und kluge Techniker haben sich gedacht “Das kann ich ausnutzen”. Von Priorisierung keine Spur oder nur in sofern, dass es für den technischen Betrieb eines Handys wichtig ist, diese Kommunikation zu haben.
“Monetarisiert” hat man die SMS allerdings wirklich gut, da muss ich Herrn Görlach Recht geben. Es ist immer noch deutlich günstiger 160 Zeichen an das Hubble-Teleskop zu verschicken, als eine SMS zu versenden. Eine Menge Geld für eine Leistung, die technisch ein reines Abfallprodukt ist. Ich würde das allerdings nicht “monetarisieren” nennen, sondern Abzocke. Die Preise sind glücklicherweise gefallen und die SMS verliert durch Push-Dienste ihren Stellenwert.
Für mein Fazit möchte ich den Aufmacher des Artikels ein klein wenig umformulieren:
“Auf keinen Fall darf Netzneutralität das neue Schlachtfeld von Anti-Agitatoren und Inovationsfeinden werden.”
Worte des Meisters (10)
28. Jul

Every law that curbs my basic human freedom; every lie about the things I care for; every crime committed against me by their politics; that what’s makes me get up and hound these fuckers, and I’ll do that until the day I die… or until my brain dries up or something.




