Cynx Cynical World
Buch
Poison Elves
24. Mai

Völlig verblüfft hab ich gerade auf BoingBoing gelesen, dass Drew Hayes, der Autor der Comic-Serie Poison Elves, bereits 2007 verstorben ist. Neben den Pinis (Elfquest) und Cerebus war Hayes einer der Comicautoren, die den Weg vom Underground Artist zum erfolgreichen Eigenvermarkter geschafft haben. Dabei war Poison Elves alles andere als Mainstream:
The art was a black-and-white gothic scratchboard, and Poison Elves’ mix of choppy dream sequences, drug issues, serial killers, strippers and supernatural weirdness looks rough and adolescent at first blush.
Hayes hatte auch keine Probleme eine Ausgabe des Comics fast nur aus Text bestehen zu lassen und Bilder fast völlig zu vergessen. Die Geschichte war wichtig, sonst nichts. Gab es deswegen eine Beschwerde im Leserbrief, so beschimpfte Hayes den Autor des Briefs in der nächsten Ausgabe ohne Rücksicht auf Verluste. Überhaupt waren Leserbriefe und das Editorial eine wichtige Säule des Erfolges von Poison Elves. Hayes schrieb im Editorial über sein Leben: Die Erfolge, die Abstürze, welche Frau ihm gerade das Herz gebrochen hatte. Er kommunizierte mit den Lesern, lange bevor es Blogs und Web 2.0 gab.
Heute Abend werde ich die Abenteuer von Lusiphur wieder aus dem Schrank ziehen…
Leipziger Buchmesse im Rückblick
29. Mrz
Ein schöner Rückblick auf die Leipziger Buchmesse und die Präsentation des fantastischen Genres. Besagte Fantasy-Leseinsel wurde von WerkZeugs organisiert und die haben sich die Werbung verdient:
Allerdings muss man hier auch anmerken, dass sich dieser spezielle Bereich der Belletristik in Halle 2 allgemein am professionellsten präsentierte und damit den visuellen Ansprüchen eines modernen Lesepublikums vermutlich am ehesten entsprach. Das mag daran liegen, dass die spezielle Zielgruppe mit Selbstinszenierung sichtlich Erfahrung hat. Es kann aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Autoren und Künstler hier deutlich weniger Berührungsscheu gegenüber ihrem ihrem Publikum haben – und oft genug selbst Fans ihres Genres sind. Literarisches Konkurrenzdenken schien hier kein Thema zu sein. Eine derart entspannte und lesernahe Präsentation konnten daneben nur noch einige Stände der Publikumsverlage in Halle drei und der eine oder andere künstlerisch wertvolle Hochschulstand von sich behaupten.
Zwischen schrillen Kostümen und blassen Ständen – Die Leipziger Buchmesse 2011
Debakel um Mitternacht
23. Nov
Den älteren Fans fantastischer Literatur sind die peinlichen Cover, Titel und Klappentexte der Fantasy- und SF-Büchern früherer Zeiten noch gut in Erinnerung. Man konnte sehr gut erkennen, dass alles was auf dem Buchumschlag gedruckt wird, fest in Händen der Marketingabteilung ist, die meistens nicht ein µ Ahnung von dem Inhalt haben. Aber die Zeiten haben sich gebessert und man muss die Bücher mit dem Boris Vallejo Bonbon-Cover nicht mehr peinlich berührt in die zweite Reihe verbannen.
Bei Randomhouse ist allerdings einer dieser alten Marketing Zombies Helden vergangener Zeiten wieder aus dem Grab gekrochen und durfte ein Buch “gestalten”. Dabei hat er sich gleich ein Flaggschiff aus der Verlagsreihe ausgesucht, man will ja auch nicht kleckern. Der neueste Terry Pratchett Roman wird mit diesem Cover erscheinen:

Wir schreiben das Jahr 2010 und jemand schreibt tatsächlich noch “Märchen” auf einen Fantasyroman?! Ganz abgesehen davon, dass die Romane von Pratchett seit langer Zeit Satiren auf unsere Gesellschaft sind und es sich bei dem Buch auch im literarischen Sinn nicht um ein Märchen handelt, hatte ich diese Zeiten eigentlich überwunden geglaubt.
Das Cover ist billig gemacht (Kobolde? Really?) und passt zum Titel. Nur hat dieser Titel so gar nichts mit dem Original (oder dem Inhalt) zu tun. “I shall wear midnight” enthält zwar das Wort Mitternacht, nur taucht in dem ganzen Buch kein Mitternachtskleid auf.
Der Titel zitiert “A hat full of sky” (ebenfalls Pratchett): “When I’m old I shall wear midnight, she’d decided. But for now she’d had enough of darkness.”. Beide Bücher haben die gleiche Protagonistin, in “A hat” als 11-jährige, in “Midnight” als 16-jährige. Selbst dem Unbelesene könnte jetzt ein Licht aufgehen, dass es hier einen Zusammenhang gibt.
… und er ging hinaus und weinte bitterlich (Lk. 22,62)
Danke an Tom für den Hinweis
Das Börsenblatt jammert über Hörbücher
02. Nov
Genauer gesagt, jammern sie über die Marktführung von Audible.
Die Konditionen, die Audible den Hörbuchverlagen aufzwingt, sind meilenweit davon entfernt, fair für alle zu sein”, meint Johannes Stricker. Das Geschäftsmodell Hörbuch-Download müsse schleunigst für alle Marktteilnehmer auskömmlich geregelt werden, so der Geschäftsführer von Hörbuch Hamburg.
Da ist es wieder, mein Lieblingswort im Internet: “geregelt”.
Man hat einen Trend verpasst, jemand anders hat die Lücke genutzt und als Lösung kommt man nicht mit einer innovativen Gegenidee, sondern einer “Regelung”. Man hört fast das Wort “verbieten” durch die Zeilen und die Welt wäre wieder ein besserer Ort.
Liebes Börsenblatt, lieber Herr Stricker!
Wie wäre es einfach mit einem vernünftigen Alternativ-Angebot? Das ist gar nicht mal so schwierig, denn niemand mag Audible, insbesondere ihr zickiges Dateiformat mit DRM hat dafür gesorgt, dass sie viele Kunden nicht gewonnen haben. Damit ist es faktisch unmöglich Hörbücher im Auto zu hören (eine der Hauptanwendungen). Schließt euch zusammen, macht ein vernünftiges Portal und bietet Eure Bücher als sauber getaggte MP3s ohne DRM an, der Kunde wird es Euch danken.
Ich weiß, was sie sagen wollen: Die bösen Downloader werden aber bei MP3 alles klauen und nur Trümmer hinterlassen. Nun: “People copy, get over it” oder anders gesagt: Die Kopien wird es auch mit eurem sinnlosen DRM geben, wer es nicht glaubt schaue sich einfach in einem Tauschbörse seiner Wahl um. Daher kann man die Energien auch in sinnvollere Dinge stecken, wie Mehrwert des eigenen Portals und da hat Audible schon einiges aufgebaut. Ihnen ist es nämlich gelungen die “Generation: Internet” mit den richtigen Themen anzusprechen, in den richtigen Ecken zu werben und als Sponsor aufzutreten. Alles was man von den anderen gehört hat, war Jammerei über die (mittlerweile) großen Monopolisten. Aber auch die sind mal klein angefangen, wo wart ihr denn da?
Ihr solltet aber vor allem aufhören, den Kunden als niederträchtig und gemein zu betrachten, der nur mit einem großen Unwillen für eine Leistung bezahlt. Damit macht man sich keine Freunde (oder bekommt Geld) und es stimmt auch so nicht.
Ich wäre gerne bereit Geld zu bezahlen, nur will das zur Zeit niemand. Ist ja auch schwierig die Euros in meiner Hand zu sehen, wenn man so sehr mit “regeln” beschäftigt ist.
Deathtroopers
01. Nov
Dieses Cover hatte ich vor gut einem Jahr bereits erwähnt, mittlerweile höre ich das Audiobook auf dem Weg zur Arbeit.
Ein imperialer Gefangenentransporter findet mitten im Weltall einen verlassenen Sternenzerstörer. Zwei Teams erforschen das Schiff, das eine kehrt nie zurück, das andere Team hat die Symptome einer merkwürdigen Krankheit…
Star Wars, Stormtrooper, Zombies: für mich eine sehr gelungene Kombination. Sicher ist es Klischee pur, aber der Unterhaltungswert (und Gruselfaktor) ist ausgesprochen gut. Gerade für die Zeit um Halloween genau die richtige Hörkost auf dem Weg durch die Dunkelheit zur Arbeit.
Hat da gerade etwas gehustet…?
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Zurück ins Buch mit dir!
29. Okt
Eine großartige FlickR-Reihe von Lissy Elle über Charaktere, die zurück in ihr Buch gezogen werden.
Eine andere Welt – Grandville & Plinius der Jüngere
30. Sep
Einen bibibliophilen Leckerbissen stellt Molochronik in den kommenden Wochen vor. Das Werk “Eine andere Welt” von Grandville und Plinius dem Jüngeren ist weitgehend unbekannt, aber eine Perle der fantastischen Literatur. Das Buch erschien 1844 in Frankreich und wurde 1847 von Goethes Sekretär Oskar Ludwig Wolff übersetzt (Weitere Informationen zum Buch).
Herr Molosovsky wird in den kommenden Wochen den Text zugänglich machen, erweitert um etwas orthographischen Feinschliff und einigen Erläuterungen.
Das Inhaltsverzeichnis und ein Märchen sind bereits erschienen.
Wie man ein Buch öffnet
06. Sep
Die hohe Literatur [TM]
03. Sep
In den Feuilletons der letzten Monate fand sich immer wieder ein Beitrag eines wirklich intellektuellen und belesenen Autors, wie schlimm es doch um die Leselandschaft bestellt sei. Entweder es wird zu wenig gelesen oder (meist noch schlimmer) das Falsche. “Falsch” sind zum Beispiel Bücher, die einen unterhalten. Sei es durch ihr Wissen, Witz oder Handlung. Nur wenn auch das Lesen selbst zu einem Drama wird, handelt es sich um “gute” Literatur. Die Schreiber sehen den Untergang des Buches am Horizont und meinen Segen haben sie. Wenn ich mich durch ein Buch quälen muss, kann es auch gerne untergehen. Wer es nicht schafft ein schwieriges Thema in eine vernünftige und lesbare Handlung zu packen, der schreibt keine hohe Literatur, sondern Müll.
Man sollte denken, dass Klassiker vor dieser Hetzjagd verschont bleiben…. denkste. Bei Eines Tages bin ich auf den Artikel “Echte Germanen” gestoßen, der sich auf das Buch “Lesen unter Hitler” bezieht. Was haben die alten Nazi-Deppen eigentlich so in ihrer Freizeit gelesen. Spannend dachte ich mir…
Das “unpolitische Mittelmaß” dominierte die Bestsellerlisten (…) Während des Zweiten Weltkrieges nahm die Nachfrage nach seichten Stoffen noch zu, so Adam. “Fluchtlektüre erschien jetzt so wertvoll wie nie zuvor.”
In der Liste der mittelmäßig-seichten Autoren finden wir dann:
Jules Verne, Jack London, Alexandre Dumas, natürlich Karl May, sogar Hermann Hesse.
Nun ja, mir fehlen etwas die Worte.
A dance with dragons (… and whatever)
17. Aug
Die Verzögerung des Buches “A dance with dragons” aus der Feder von George R.R. Martin blickt auf eine lange Geschichte in diesem Blog zurück. Ich habe mittlerweile schon fast Mitleid mit den Emails von Amazon, dass sie den nächsten Termin auch nicht halten können. io9 versucht nun in einem langen Artikel den Grund für die Verzögerung zu finden:
Fans have been waiting years for A Dance With Dragons, the fifth book in George R.R. Martin’s Song Of Ice and Fire series. A vocal minority have gotten snarky about it. But really, they misunderstand the reasons for the delay.
io9: The real explanation for that long delay in George R.R. Martin’s next book?





