Cynx Cynical World
Pressepeinlichkeiten oder “Quelle: Zeitung”
Die Vertreter der Presse schwingen gerne große Worte über Leistungsschutzrechte und wenn es nach ihnen ginge, möchte man am liebsten jeden Halbsatz und jedes Wort einzeln mit einem Zoll belegen. Das Zitatrecht ist ihnen schon lange ein Dorn im Auge und da klagt man auch gerne mal was das Zeug hält.
Anders sieht es natürlich aus, wenn man selber betroffen ist. Da sehen die Verlage das mit diesen Rechten gar nicht so eng, die beliebte “Quelle: Internet” wird gerne und ausgiebig genutzt. Die Wikipedia ist eine tolle Quelle für Artikel und man muss sie nicht mal nennen. Aber was macht man, wenn man keine Bildrechte hat? Die HNA hat da in ihrer Printausgabe eine völlig neue Möglichkeit gefunden:
Man macht einen sehr pixeligen Screenshot von einem Youtube-Video und schon hat man ein Foto für den Artikel – in diesem Fall von Frau Lierhaus und ihrer Rückkehr ins Fernsehen. Sieht man mal davon ab, dass “Quelle: Youtube” ebenso gut ist wie “Quelle: Papier” ist, gibt es noch ein weiteres spannendes Detail. Das geknippste Youtube-Video ist zu 99.9% ein unerlaubter Mitschnitt einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (lässt sich leider nicht prüfen, da … genau: keine Quelle), aber solche Aufnahmen aus dem Winkel und mit dieser Beleuchtung macht niemand privat von Promis und stellt sie dann auf Youtube.
Was lernen wir: Das Wort “Rechte” kommt für Verleger und Verlage vom dem Wort “Bereichern”. Denn wie man diese Rechte auslegt, hängt davon ab, wie man Geld bekommt oder sparen kann.
Kleines Update: Zur Zeit läuft der G8 Gipfel und darin wurde vom Bertelsmann Chef gefordert:
Zu diesem zählt Ostrowski laut seiner Stellungnahme den Respekt vor dem geistigen Eigentum, den Schutz der Pressefreiheit und ein ausbalanciertes Datenschutzregime.
Großartiges Timing!
In die gleiche Kerbe:
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Cynx am 24. Mai 2011 um 17:50 veröffentlicht und unter DigitalCulture abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |




vor 9 Monaten
Wer das Geld hat, hat die Macht.
Wer die Macht hat, hat das Recht.
Und wer das Recht hat, beugt es auch!
vor 3 Monaten
“ausbalanciertes Datenschutzregime” ist ja episch. Regime = diktatorische Herrschaftsform (WP). Immer dieser diktatorische Datenschutz, wenn wir einem Schüler mal zu en paar tausend Euro Strafe verhelfen wollen.
vor 3 Monaten
Gerade die HNA.
Die hat seit 11 Jahren den Zustellern nicht einen cent mehr bezahlt.
Und sich für harte Winterarbeit bei ihnen bedankt mit
1 Werbethermobecher der HNA
1 Tüte Minikekse Balzen ohne Schokolade
1 Tüte Sonnenblumensamen
Versendet über DPD als Päckchen !