Frau Aigner, die Verbraucherschutzministerin, schlägt erneut zu und präsentiert sich mal wieder extrem kompetent. Mit dem “digitalen Radiergummi” (1) in der SZ:

Deutsche Informatiker haben mittlerweile eine Art digitalen Radiergummi entwickelt: ein System, mit dem jeder seine Dateien und Bilder mit einem Verfallsdatum versehen kann, bevor er sie ins Internet stellt. Nach Ablauf dieser Frist kann die Datei nicht mehr aufgerufen werden. Wenn es funktioniert, käme das einem Radiergummi doch sehr nahe und ließe sich auch weltweit verkaufen. Ich freue mich, dass der Erfinder Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptographie der Universität des Saarlandes, die Technologie bei einer Fachkonferenz meines Ministeriums am 11. Januar in Berlin vorstellen wird. (…)

Auf den inhaltlichen Unsinn gehe ich mal gar nicht ein, das macht Heise schon sehr gut und Jens ebenso.

Aber ich habe bei MaHas Vortrag auf dem 27c3 gut aufgepasst. wie man schlechte Dinge schön redet. Es handelt sich bei ihrem Radiergummi, nämlich um einen digitalen Kopierschutz, der ja sooo praktisch für bestimmte Gruppen im Internet wäre. Da gibt das Argument “kann man gut verkaufen” auch gleich wieder Sinn.

Man nutzt zur Verschleierung:

Metaphern:
“Digitales Radiergummi”

Partikel:
“mittlerweile”

argumentum ad verecundiam (sich auf Experten berufen)
“Deutsche Informatiker”

argumentum ad ignorantiam (eigene Unwissenheit einbauen)
“Wenn es funktioniert…”

Nebelkerzen (vom Thema ablenken)
“Ich freue mich…” – Was hat das damit zu tun, wen sie demnächst zum Kaffee hat?

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