Cynx Cynical World
Die gebildete Elite
Eigentlich wollte ich nicht auch was über den Herrn Sarrazin schreiben, darüber gibt es genug und auch im normalen Leben gilt für mich: Don’t feed the troll. Ich diskutiere ja auch nicht jemanden, der sich ein Alu-Hüttchen aufsetzt. Gleiches gilt auch für die sogenannte “Meinungsfreiheit-Debatte.
Den Ausschlag haben dann aber heute ein Artikel auf Carta (zitiert Spiegel) und Zeit gegeben.
Der gute Mann hält also viel auf seine Bildung und “verachtet” Ungebildete. Super, das kann ich auch. Insbesondere trifft das für mich bei Pseudo-Intellektuellen zu.
“Der Gastarbeiterstopp endete vor 37 Jahren, das ist genug Zeit um Deutsch zu lernen.”
Zitat Sarrazin aus dem Zeit Artikel.
Nun lieber Herr Sarrazin, sie sind Jahrgang 45. Damit hatten sie gute 65 Jahre Zeit unsere Muttersprache zu lernen. Schaue ich mir irgendeines ihrer freien Interviews (=nicht vom Blatt abgelesen) an (zum Beispiel die Sequenzen hier, noch besser ist direkt diese Stelle), ist das ein Gestotter auf dem Niveau eines Pubertierenden beim ersten Ausleihversuch eines Pornos. “Äh” “Hmm” kommen beide nicht im Duden vor. Gerade wer sich als “Gebildeter” ausgeben will, sollte die freie Rede beherrschen. Es ist nicht damit getan auswendig zu lernen und sich darauf zu berufen, dass man noch Latein, Hebräisch und Griechisch in der Schule hatte. Auswendig lernen ist keine Bildung, sondern ein stumpfer maschineller Prozess. Intellekt beginnt dann, wenn man diese Fakten frei kombinieren und vor allem auch äußern kann und zwar so, dass sie jeder – gleich welcher Bildung – erfassen kann. Dieser freie Diskurs gilt als Königsdisziplin an Elite-Universitäten wie Harvard oder anderen. Ihre Universität Bonn (laut ihrer Biographie nicht mal ein Auslandsstudium *tstststs*) spielt da ja fast in der gleichen Liga…NOT.
(Eine kleine Anekdote am Rande: Fast alle Youtube-Videos mit dem Tenor “Sarrazin hat Recht” schreiben seinen Namen falsch… Honi soit qui mal y pense.)
Ein weiterer Ratschlag von mir Herrr Sarrazin: Auch wenn sie das jetzt verblüffen mag. Aber eine Statistik (das ist das mit dem Prozent und so) kann man sich nicht einfach ausdenken. Dazu muss man “forschen” und “Studien machen”. Bitte lernen sie diese Wörter auswendig, damit Sie das nächste mal nicht so gestottert werden, denn verstehen werden Sie das wohl nie. Haben sie auch schon gesagt:
“vor Naturwissenschaften habe er {Sarrazin} sich gedrückt. Nur aufgrund sehr guter Mathematiklehrer habe er die Schule mit „recht fundierten“ Mathematikkenntnissen verlassen.”
“recht fundiert” – ein Synonym für: Hat sich stets sehr bemüht.
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| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Cynx am 6. September 2010 um 16:27 veröffentlicht und unter Denken abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |



vor 1 Jahr
Gott wie peinlich. Ein Blinder spricht vom Licht.
Der Hut – das Hütchen. Den Rest zu korrigieren, ist mir zu dämlich.
vor 1 Jahr
Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass ihre Fähigkeiten meine Orthographie zu korrigieren (ein Mangel, der mir selber bewusst ist) besser ist, als die meine. Sie können sich aber versichert sein, dass ich meine Texte in einem anderen Medium redigiere, nur hier fehlt es mir häufig an der Zeit und die Eingabe erfolgt meist mit mobilen Endgeräten, was natürlich beides keine Entschuldigung ist.
Besonders erfreut bin ich darüber, dass ihre einzigen Gegenargumente sich nur auf die Form, aber nicht auf den Inhalt beziehen. Ein weiterer Beweis dafür, dass maschinelles Auswendiglernen (in diesem Fall von Gramatik und Orthographie) als die Krone der Schöpfung angesehen wird, ansonsten die Argumente und Fakten sehr dürftig sind.
quod erat demonstrandum
vor 1 Jahr
Gegenargumente? Gegen was denn? Inhaltlich ging es um ” Muttersprache lernen” und “Gestotter”. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sazzin`schen Thesen kann ich hier nicht erkennen und daher auch nicht kommentieren.
Zwischenfrage: Warum spricht Frau Fourutan einmal von 27 % Türken mit Abitur ( “ist das ein Drittel?! Ist das ein Drittel?!” Nein Frau Fouroutan, 27% ist kein Drittel. Es ist ein gutes Viertel.) und 48 Stunden später von 18% ?
zum weiterlesen:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/frau_foroutans_zahlenspiele/
Das Herrn Sarrazin bei einer missglückten OP Teile der Gesichtsnerven zerstört wurden und er deswegen Ihren Ansprüchen an eloquenter freier Rede nicht genügt, hätte Sie recherchieren können. Sich aber darüber zu mokieren, ist schlicht schlechter Stil.
Sie haben – wie gesagt – inhaltlich nichts zum Thema beigetragen.
Da Sie ein so großer Lateinfan zu sein scheinen, lasse ich Ihnen noch was da:
si tacuisses, philosophus mansisses
vor 1 Jahr
Ich fragte nach den frei erfundenen statistischen Quellen von Herrn Sarrazin. Wobei ich es besonders perfide finde, auch noch zuzugeben, diese zu erfinden. Wenn andere Laien ebensolche statistischen Freiflieger sind, macht das die Lügen von Herrn Sarrazin nicht zu Wahrheiten. Der Sinnspruch von Boethius wäre da um so mehr angebracht. Ich halte es aber mit dem einfachen Volk: Schuster bleib bei deinen Leisten.
Mir ist durchaus bewusst, dass er eine missglückte OP hat, nur scheint die ihn bei abgelesenen und bekannten Texten nicht in der “Aussprache” zu hindern, zu dem ging es auch um rhetorische Fähigkeiten und nicht die Aussprache. Über die habe ich an keiner Stelle ein Wort verloren.
Es ist allerdings schlechter Stil, dem Gegenredner mittels moralischer Mittel die Argumente zu entziehen. Meist tut man dies, wenn man keine sachlichen Gründe mehr hat.
Ich würde gerne etwas inhaltlich zum Thema beitragen, aber auf frei erfundenen Thesen kann man keinen Inhalt bauen.
vor 1 Jahr
Noch ein kleiner Nachtrag und als Lehrstück: Zu einer Statistik gehört eine Angabe zur Fehlertoleranz und Grundgesamtheit, ebenso Angaben zur Methodik und Befragungsgruppe. Ansonsten ist es nur “Opium für Hobbypolitiker”, die sich daran sehr gerne berauschen und heiße Reden an Stammtischen schwingen.
Auch hinter ihrem Link finde ich nicht mehr als leere Zahlen, so leer wie die Aussage der meisten Politiker.