In den Feuilletons der letzten Monate fand sich immer wieder ein Beitrag eines wirklich intellektuellen und belesenen Autors, wie schlimm es doch um die Leselandschaft bestellt sei. Entweder es wird zu wenig gelesen oder (meist noch schlimmer) das Falsche. “Falsch” sind zum Beispiel Bücher, die einen unterhalten. Sei es durch ihr Wissen, Witz oder Handlung. Nur wenn auch das Lesen selbst zu einem Drama wird, handelt es sich um “gute” Literatur. Die Schreiber sehen den Untergang des Buches am Horizont und meinen Segen haben sie. Wenn ich mich durch ein Buch quälen muss, kann es auch gerne untergehen. Wer es nicht schafft ein schwieriges Thema in eine vernünftige und lesbare Handlung zu packen, der schreibt keine hohe Literatur, sondern Müll.

Man sollte denken, dass Klassiker vor dieser Hetzjagd verschont bleiben…. denkste. Bei Eines Tages bin ich auf den Artikel “Echte Germanen” gestoßen, der sich auf das Buch “Lesen unter Hitler” bezieht. Was haben die alten Nazi-Deppen eigentlich so in ihrer Freizeit gelesen. Spannend dachte ich mir…

Das “unpolitische Mittelmaß” dominierte die Bestsellerlisten (…) Während des Zweiten Weltkrieges nahm die Nachfrage nach seichten Stoffen noch zu, so Adam. “Fluchtlektüre erschien jetzt so wertvoll wie nie zuvor.”

In der Liste der mittelmäßig-seichten Autoren finden wir dann:

Jules Verne, Jack London, Alexandre Dumas, natürlich Karl May, sogar Hermann Hesse.

Nun ja, mir fehlen etwas die Worte.

In die gleiche Kerbe:

  1. Schneller als der Tod – Josh Bazell
  2. Das eigene (Forensik-)Labor