Cynx Cynical World
Archiv für 14. Juli 2010
Fingerspitzengefühl
14. Jul
Aus Cory Doctorows neuem Buch “For the win”:
The rest of the time, Connor’s job was to work on his fingerspitzengefuhl. That was a useful word. It was a German word, of course. The Germans had words foreverything, created by the simple expedient of bashing as many smaller words as you needed together until you got one monster mouth-murderer like fingerspitzengefuhl that exactly and precisely conveyed something no other language could even get close to.
Fingerspitzengefuhl means “fingertip feel” — that feeling you get when you’ve got the world resting against the thick cushion of nerve-endings on the tips of your fingers. That feeling when you’ve got a basketball held lightly in your hands, and you know
precisely where the next bounce will take it when you let it go. That feeling you get when you’re holding onto a baby and you can feel whether she’s falling asleep now, or waking up. That feeling you get when your hands are resting lightly on the handlebars of your bike, bouncing down a steep hillside, gentle pressure on the brakes, riding the razor-edged line between doing an end-over and reaching the bottom safely.
Am besten natürlich ganz lesen, denn wie immer ist Doctorow am Puls der Zeit. Ebenfalls wie immer gibt es sein Buch als kostenlosen Download. Oder man stellt sich nach dem Lesen das schöne Buch in den Schrank.
Digitale Drogen – Update
14. Jul
Sehr lange musste ich nicht warten mit der Reaktion, denn heute beschäftigt sich auch die ersten deutschen Schreiberlinge mit dem Thema und fragen bei der österreichischen Drogenberatungsstelle nach.
Digitale Drogen: Kids holen sich Rausch im Web
Jugendschützer laufen Sturm gegen kostenlose Lockangebote(auf Pressetext.de: Nachrichten für Meinungsbildner)
Worte des Meisters (6)
14. Jul

“Have gone to commit suicide. Intend to return from grave Friday. Feed cat.”
Passt gut zum Wetter, unterschreibe ich.
Lesebefehl!
14. Jul
Die American Library Association hat eine Kampagne gestartet, die Menschen wieder mehr zum Lesen bringen soll. Alleine das ist schon sehr schön. Aber ihre Posterserie zu der Kampagne ist einfach der Knaller und das neuste Poster aus der Reihe ist Nathan Fillion, der auch die Organisation Kids Need to Read gegründet hat (Interview dazu). Aber auch die vielen anderen Poster aus der Serie sind klasse: Yoda, Hugh Laurie, Gandalf, Banned Books… Kann ich sie bitte alle haben? Please, pretty please?

links for 2010-07-14
14. Jul
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Ein "out-of-print" Buch über den SCA, das aber auch viele Anregungen für Larper, Reenactor u.ä. geben kann.
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Hartz-IV-Empfänger brauchen keine Computer, sie haben ja Fernseher: So absurd urteilen deutsche Sozialgerichte. Ausgerechnet die Schwächsten werden von moderner Kommunikation abgeschnitten. Ein Hamburger Ehepaar kämpft dagegen an – und verschenkt selbst zusammengebastelte Rechner aus Elektroschrott.
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Nach Informationen der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe, die auch stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Bundeszentralle für politische Bildung ist, und auch nach einem Bericht des Merkur soll der Etat der Bundeszentrale für politische Bildung gekürzt werden. Um schnuckelige 1,7 Millionen Euro in 2011. Und dann in 2012 noch einmal um 5 Millionen Euro.
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Blogging is not on the way out – it's just that other social media have taken over many of its functions
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Blass, pickelig, kommunikationsgestört? Das Image von Geeks und Nerds ist verbesserungsbedüftig. Und überholt, denn in Wahrheit sind die angeblich introvertierten Ex-Cordhosenträger Mode-Trendsetter, die versiert und humorvoll kommunizieren – nur eben nicht immer verbal, sondern per T-Shirt.
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Reisekosten, Hardware, keine Spesen, keine Honorare: Die Wau Holland-Stiftung macht erstmals Angaben darüber, wie die Spenden für Wikileaks verwendet werden
Grinderman 2
14. Jul
Kann man mit einem Trailer für ein Album genau so viel Neugier und Vorfreude erzeugen, wie bei einem Film?
Ja, man kann… und beantwortet damit auch die Frage: Was macht eigentlich Nick Cave?
Am 10.09.2010 erscheint das zweite Album von Grinderman, der Band von Nick Cave, Warren Ellis, Jim Sclavunos und Marty P. Casey. Mit dem neuen Album auf dem Notenständer geht es dann ab Oktober auf Europa-Tournee.
Bevor einige einen Herzinfarkt bekommen: Dieser Warren Ellis ist nicht der Autor, sondern der Musiker.
10 Dinge, die mir mein Hirn als Kind verdreht haben
14. Jul
Geekdad ist auf der Suche nach Gründen, warum wir so sind, wie wir sind. Ihre Begründung: Filme, die uns “geprägt” haben, oder besser gesagt: Die wir vielleicht besser (noch) nicht hätten sehen sollen.
Das ist ihre Top Ten
- Alien mit 12 zu schauen und alleine zu Hause zu sein.
- Die Opferszene in Indiana Jones II
- Rambo, bei seiner Eigenoperation am Arm
- Bambis Tod (mit 6 Jahren)
- Maximillian Schell in “Das schwarze Loch”
- Der Zahnarzt aus Marathon Man
- Lukes Begegnung mit der Dunklen Seite in Star Wars V
Und was hat euch verdreht?
Afrikanische Bastler – AfriGadet
14. Jul
Wer schon mal den afrikanischen Kontinent besucht hat, ist sicherlich auch auf das faszinierende Improvisationstalent der Bevölkerung gestoßen. Es gibt keinen Gegenstand, der nicht wiederverwendet, umgebaut oder anders genutzt wird. Ein Umstand, der mache Entwicklungshilfe-Organisation in den Wahnsinn treibt.
(Kleine Anekdote am Rande: Ich hab meinen Zivildienst in der Entwicklungshilfe abgeleistet. Eines unserer Produkte war eine OP-Lampe, die mittels eines kleinen Windrads ihren Strom bekam. Ideal für abgelegene Krankenhäuser. Besagte Improvisationsgabe traf auch uns: Der Akku für die Lampe eignet sich auch gut, um eine Autobatterie zu ersetzen – das ist noch naheliegend, aber die Propeller-Schaufeln des Windrads waren auch sehr gut geeignet um Maniok zu stampfen und operiert wurde ja gerade niemand…)
Das Blog AfriGadget berichtet aktuell über diese Erfindungen, die zwar aus der Not geboren sind, aber oft auch einen genialen Ansatz für die Industrieländer liefern könnte. Eine wahre Inspirations- und Motivationsquelle für Bastler, Maker und Steampunker.
Und ja, das Radio funktioniert.
Mit X-post auf Clockworker
Nicht-Endlagerplätze Versteigerung
14. Jul
Da kam in der Koalition also die Idee auf, die Laufzeit Verlängerung für Atomkraftwerke einfach zu versteigern. Großartige Idee aus dem Sommerloch. Ich möchte diese Idee aber noch einen Schritt weitertragen, ein weiteres Finanzloch füllen, alle Bürger mit einbeziehen und das Problem der Entsorgung gleich mit lösen:
Die Bundesregierung versteigert “Nicht-Endlagerplätze”.
Per default ist jeder Bundesbürger verpflichtet, einen alten Brennstab bei sich zu Hause im Wohnzimmerschrank zu lagern. Wer das nicht möchte, kann eine Nicht-Endlager-Lizenz ersteigern. Alternativ könnte man auch noch einen “Burn-Out-Lizenz” versteigern, mit der man dem bösen Nachbarn zwei oder mehr Brennstäbe ins Heim drücken kann. Die finanziellen Möglichkeiten lassen sich sicherlich noch weiter ausschöpfen.
Bekomme ich jetzt ein Bundesverdienstkreuz?
The Power of the Internet – Held des Augenblicks
14. Jul
Das neue Musikvideo der Singvøgel ist ein perfektes Beispiel für die Macht, Kreativität und Spontanität des Netzes. Auslöser für den Dreh des Videos war die Bewerbung um den Titelsong des Grassroot-Filmprojektes “Krimi 2.0″, ebenfalls ein Filmprojekt aus dem Netz. Sven (der Drummer der Band) beschreibt in seinem Artikel wie manchmal einfach dir richtigen Dinge passieren:
The mighty internet hive bescherte uns via Alex den Kontakt zu einem Videokünstler, der uns nicht nur zusagte, uns ein Video für lau zu drehen, nein, uns klappte die Kinnlade runter, als er uns sagte, er käme am Wochenende unseres Auftritts auf dem großartigen Iserlohner Friedensfestival mit “den Darstellern vorbei zum Filmen von ein paar Live-Schnipseln” – mit was?? “Den Darstellern”? Hammer, plötzlich hatten wir ein Video mit richtig vielen Schauspielern, denn George holte Cast My Life, mit denen zusammen er das “Julia und Julia”-Projekt realisiert, auch für unser Video ins Boot! So sprachlos hat man mich glaube ich noch selten gesehen
Svens Fazit sollte man sich am besten ausdrucken und groß an die Wand hängen, damit man bei dem nächsten eigenen Projekt auf Kurs bleibt:
Und das Video zeigt, dass Michaels Vision, dass “das Netz” etwas kreatives erschaffen kann, schon jetzt funktioniert, denn ohne dieses Internet da wäre nichts davon zustande gekommen, Kontakt, Vernetzung, Kommunikation lief übers Netz, wir hätten nie diese vielen tollen Menschen kennengelernt geschweige denn, dass wir zusammen ein Video gemacht hätten. Somit ist dieses Bewerbungsvideo nicht nur Bewerbung und Beitrag zu einem interessanten neuen und kreatives Konzept – nein, genau genommen ist es schon eine Vorwegnahme – und irgendwie dadurch auch ein Versprechen, dass auch die “große” Vision Chancen auf Realisation hat – mit etwas Vertrauen darauf, dass dieses seltsame Universum einem schon irgendwie die Möglichkeiten bietet, auch wenn man selber keine Ahnung hat, wie es das anstellen könnte. Das Leben findet immer einen Weg, um mal einen anderen Schauspieler zu zitieren.
BTW: Wenn jemand einen großartigen Videokünstler braucht… ich kenne da einen
Wer mehr von ihm sehen möchte, sollte unbedingt in die Websoap Julia & Julia reinschauen.



