Cynx Cynical World
Traditionsmedien
Hat jemand im Alleingang ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut und ist damit berühmt geworden, bekommt man oft Anerkennung in der Presse. Ist dieser Erfolg einer Frau gelungen steigert sich die Anerkennung, denn Frauen haben es doppelt schwer sich gegen männliche Geschäftspatriachen durchzusetzen. Hat man diesen Erfolg im Internet machen die “Traditionsmedien” eine Geschichte daraus, die man auch mit der Überschrift “Schau dir mal die Freaks an” betiteln könnte. Aus sieben erfolgreichen Geschäftsfrauen werden sieben Freaks dümmliche Chicks gemacht.
(“Tweeple” und “Twilebrity” hat die Vanity Fair für auf Twitter bekannte Persönlichkeiten erfunden… Oh, Mann…)
For tweeple, e-mail messages are sonnets, Facebook is practically Tolstoy. “Facebook is just way too slow,” says Stefanie Michaels…“I can’t deal with that kind of deep engagement.”
….
“Sometimes,” says Julia Roy, a 26-year-old New York social strategist turned twilebrity, scrunching her face, “when you’re Twittering all the time, you even start to think in 140 characters.”
Auf diese Vergleiche mit Email und Facebook und Sonetten und Tolstoy muss man erstmal kommen, diese Tweeple sind ja auch zu ungebildet, um so etwas noch zu wissen. (1)
Schön ist auch “scrunching her face”:
to scrunch: zerdrücken, zusammenknüllen.
Dieses Denken und Sprechen fällt uns ja auch sehr schwer, so dass uns die Gesichtsmuskulatur immer völlig entgleist.<2>
Felicia Day berichtet von ihrer Erfahrungen mit der Vanity Fair
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(1) Ein Qualitätsjournalist hätte allerdings auch gewusst, dass eine Sonette kein poetisches Gedicht ist, sondern einem exakten und komplexen Versmaß – ähnlich einem Musikstück – folgen muss.
(2) Der Autor hat das Adverb “scrunchingly” zwar grammatisch umgangen, aber inhaltlich steht es da immer noch und Adverben sind IMHO maximal schlechter Schreibstil in einem Artikel oder Buch. Entweder drückt die Aussage oder das Handeln die Befindlichkeit des Handelnden aus oder es ist die Erwähnung nicht wert.
“If you find an adverb – Kill it!” Mark Twain
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| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Cynx am 7. Januar 2010 um 09:30 veröffentlicht und unter Denken abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |


