Cynx Cynical World
Reise nach Tunguska
Das erste deutsche Steampunk-Larp ist am Wochenende über die Bühne gegangen (oder besser durch den Zug). Nach einem Tag ausschlafen und einem weiteren die Stapel der realen Welt wieder aufzuarbeiten, wird es Zeit für einen kleinen persönlichen Blick aus SL/Orga Sicht.
Wer mehr zum eigentlichen Larp wissen möchte, schaut rüber zu Clockworker, wo sich Callas Bericht in Englisch befindet oder auf Feuerbach auf Deutsch. Dort sind auch viele sehr geniale Fotos verlinkt.
Der Con war ein Experiment in vielerlei Hinsicht:
Zum Zeitpunkt der Planung gab es noch kein Steampunk-Larp, das man im Internet finden konnte. Also keinerlei Erfahrung, die man sich irgendwo abschauen konnte, auch nicht international.
Wir, die Orga, hatten noch nie etwas zusammen veranstaltet und kennen uns weniger als ein Jahr. Das Kernteam bestand nur aus zwei Personen: Calla und mir, womit Plot, Charaktere, Anmeldung, Buchen usw auch in unseren Händen lag.
Insbesondere die Frage: “Was wollen die Spieler von so einem Setting (und was wollen wir)?“, war nicht abzuschätzen. Wollen sie Monsterwellen, Ambiente, Intrigen oder etwas ganz anderes?
Die Planung begann und einige Ideen mussten schnell verworfen werden, leider war es es unmöglich einen Zeppelin zu mieten (zumindest zu realen Preisen), also verlegten wir uns auf eine Eisenbahn. Aber auch hier gestaltete sich die Suche als schwierig, sämtliche Vereine mit historischen Eisenbahnen haben entweder nie geantwortet oder verlangten Unsummen. Parallel dazu wurde an einem durch Rotwein inspirierten Abend der Plot ersonnen. Da wir in einer extrem engen Location spielen wollten, kamen NSC-Horden nicht in Frage. Letztendlich kam nur ein “echter” NSC zum Einsatz, ein weiteres Experiment, denn mit ihm stand und fiel das ganze Setting. Die Charaktere wurden von uns zu 90% vorgegeben, da wir die Spieler dazu bringen wollten, mal wieder richtig eine Rolle zu spielen und nicht ihre Vorlieben auszuleben.
Nach einiger Suche fand sich dann das Zughotel Wolkenstein. Dort stehen mehrere alte Mitropa-Wagons inkl. Speise Wagen im idyllischen Erzgebirge, die zu einem Hotel umgebaut wurden. Der Kontakt mit dem Besitzer gestaltete sich auch als schwierig, neben einer kleinen Sprachbarriere hatte man dort noch nie etwas von Larp gehört, selbst ein Krimidinner war unbekannt. Wir versuchten Liverollenspiel zu erklären, aber es bestand auch keinerlei Interesse an der Veranstaltung, außer der, des zahlenden Publikums.
Auf Grund der Entfernung und fehlender Termine konnten wir uns das Zughotel auch nicht vorher anschauen. Am Freitag des Cons um 14 Uhr, habe ich das Gelände das erste mal betreten… Improvisation ist eben alles.
Aber es hat sich gelohnt:
Man kann mit nur einem NSC (und einem weiteren unter den Spielern eingeschleusten) eine dichte Atmosphäre aufbauen, wobei die enge der Zugwagons extrem dazu beigetragen hat. Sowohl die Spieler, als auch wir hatten wahnsinnigen Spaß. Selbst der Nach-Con-Gedanke einer Orga “Niemals wieder” kam überhaupt nicht auf. Im Gegenteil, seit gestern werden schon wieder irre Pläne geschmiedet…
In die gleiche Kerbe:
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Cynx am 30. September 2009 um 06:48 veröffentlicht und unter Geeky, Spiel abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |




vor 2 Jahren
Hi!
Jetzt bin ich etwas neidich.
Aber der erste Satz stimmt leider nicht.
Steampunklarps gibt es schon einige Jahre in Deutschland.
2003 war ich auf einem sehr schönen Steampunk/Cthullu-crossover bei Hannover.
Wenn ich die Zeit finde suche ich mal dInfos dazu raus.
Gruß,
der Alte.
vor 2 Jahren
Crossover mit Steampunk-Elementen gab es schon vorher, aber meines Wissens noch kein reines Steampunk-Larp. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.